Urdenbach: Tage der Kirche von Heilig Geist sind gezählt

Urdenbach : Tage der Kirche von Heilig Geist sind gezählt

Auf der Gemeindeversammlung informierte das Presbyterium, dass die Kirche entwidmet und abgerissen wird. Auf dem Areal soll ein soziales Zentrum entstehen.

Die evangelische Kirchengemeinde Urdenbach hat viel vor. Kurz vor Weihnachten hat sie verkündet, dass sie das alte Fachwerkhaus an der Urdenbacher Dorfstraße gekauft hat und renovieren will. Künftig soll dort das Gemeindeleben stattfinden.

Und am Sonntag stellte das Presbyterium bei der Gemeindeversammlung im Anschluss an den Gottesdienst den Gemeindegliedern ein weiteres Bauvorhaben vor, das auf der Tagesordnung unter dem Punkt Gebäude-Konzeption stand. Ein Großprojekt ist geplant: An der Südallee, dort wo die Heilig-Geist-Kirche steht, soll eine soziale Einrichtung entstehen. In dem neuen Gebäude-Ensemble soll es künftig Betreuung für Dementkranke geben, außerdem ist ein Komplex für behindertenfreies Wohnen geplant. Dies erklärte der stellvertretende Kirchenbaumeister Hans Thul unserer Redaktion auf Anfrage.

"Beratung über die Entwidmung der Heilig-Geist-Kirche" lautete ein weiterer Tagesordnungspunkt, was aber konkret heißt: Um das Projekt zu realisieren, müssen die Heilig-Geist-Kirche und der restliche Teil des derzeitigen Komplexes abgerissen werden.

Das werde noch nicht in diesem Jahr geschehen, meint Thul besänftigend. Denn die Planungen müssten jetzt erst auf den Weg gebracht werden, unter anderem die Baugenehmigung bei der Stadt beantragt werden. Thul schließt aber nicht aus, dass schon nächstes Jahr mit dem Abriss begonnen wird. Zuvor muss die etwas mehr als 51 Jahre alte Kirche entwidmet werden. Sprich, von ihrer vorgeschriebenen Nutzung befreit werden. Ein entsprechender Antrag zur Entwidmung werde laut Thul jetzt beim Landeskirchenamt gestellt.

Das Projekt sei schon länger geplant gewesen, sagt Thul, jetzt sei es an der Zeit gewesen, die Gemeinde zu informieren. Der Abriss der Kirche sei notwendig, damit man nicht um sie herumbauen müsse. Außerdem gebe es einen Synodalbeschluss, bei dem es darum geht, die Gemeinden zu verändern, um zukunftsfähig zu bleiben. Darin heißt es unter anderem, dass Kirchengebäude nur dort in Betrieb sind, "wo deren Versorgung durch Pfarrstellinhaber auch in Vertretungsfällen möglich ist, also mindestens zwei hundertprozentige Pfarrstellen den Dienst aufrecht erhalten und zusätzlich Küsterdienst und Kantorendienst vorhanden sind".

Das ist in Urdenbach der Fall. Dort wurde 1966, nachdem die Heilig-Geist-Kirche eingeweiht wurde gleichzeitig eine zweite Pfarrstelle geschaffen, die heute Michaela Nieland- Schuller inne hat. Die Pfarrerin konnte der Einladung zur kurzfristig einberufenen Geindeversammlung nicht folgen, weil sie sich momentan im Urlaub befindet.

Für Thul steht fest, dass nach der Pensionierung der Endfünfzigerin die Pfarrstelle nicht mehr besetzt wird. Deshalb sei es überlebenswichtig, mit anderen Gemeinden zusammenzuarbeiten. Zwar stehen in Urdenbach im Mai Presbyter-Wahlen auf dem Programm. Aber seines Erachtens ist der Plan von einer Gesamtkirchengemeinde im Düsseldorfer Süden noch nicht vom Tisch.

Das Presbyterium der evangelischen Gemeinde in Urdenbach hatte im Oktober das Zusammengehen der fünf Kirchengemeinden zum Scheitern gebracht. In der Sitzung des Presbyteriums hatte es in der Abstimmung nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit gegeben.

(RP)
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