Urdenbach : Gasthaus „Zur Mühle“ in Urdenbach schließt

Eines der Opfer der Corona-Krise ist das Gasthaus „Zur Mühle“ in Urdenbach. Wirt und Koch Rafael Garcorz sieht keine Zukunft für die kleine Wirtschaft – auch weil viele Vereine wegbleiben.

Rafael Garcorz ist realistisch. „Mit den Einschränkungen, die in absehbarer Zukunft für Restaurants gelten, lohnt sich das Weitermachen für mich nicht.“ Garcorz ist Wirt und Koch des kleinen Restaurants „Zur Mühle“ in Urdenbach – oder er war es, bis die rustikale Wirtschaft aufgrund der Corona-Krise schließen musste. Da auch weiterhin in der Gastronomie viele Auflagen zu erfüllen sind, wird die Wirtschaft nicht wieder öffnen.

Im Innenraum ist Garcorz momentan mit dem Aufräumen beschäftigt. Wandbilder von Fortuna Düsseldorf und alte Spinnräder stehen und liegen herum. 13 Jahre lang hat Rafael Garcorz das Gasthaus allein geführt, zuvor war er als Koch im Restaurant Jägerhof beschäftigt, hat in der Schweiz und auf Juist gearbeitet. „Viele Wirte klagen im Moment, aber ich glaube, mich trifft es besonders schwer“, sagt Garcorz. Das liegt nicht nur an seinem verhältnismäßig kleinen Schankraum, in dem bei eingehaltenen Abstandsregeln zu wenig Gäste platz finden. Auch ein Teil des Urdenbacher Vereinslebens hat sich in seinem Haus abgespielt. „Viele Kegelclubs waren hier zu Gast, die Müllejecken hatten ihr Stammquartier bei mir“, berichtet der Wirt.

Da auch das Vereinsleben im Augenblick quasi nicht stattfindet, bleiben diese wichtigen Einnahmen weg – und eine Verbesserung ist nicht in Sicht. „Das Erntedankfest wurde in diesem Jahr auch abgesagt“, erklärt Garcorz. „Das war quasi der letzte Schubser, der mich zu meiner Entscheidung gebracht hat.“ Denn zum traditionellen Dorffest war sein Restaurant voll besetzt. „Das waren meine anstrengendsten, aber auch meine besten Tage.“

Rafael Garcorz verlässt Urdenbach mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Über die Jahre hat er viele seiner Stammgäste persönlich kennen gelernt und ist ein Teil der Dorftradition geworden. Aber es war auch eine harte Zeit. „Ich war hier zum ersten Mal selbstständig und habe quasi 13 Jahre lang alles allein gemacht“, sagt der Gastwirt. Wenn er in den kommenden Tagen die Tür seiner „Mühle“ für immer schließt, weiß er schon genau, wie es für ihn weitergehen soll. „Raus aus Deutschland, und mir wieder eine Anstellung als Koch suchen. Wahrscheinlich in der Schweiz“, gibt Garcorz die Marschroute vor. Bis dahin heißt es aufräumen und sich von all den Menschen und Vereinen verabschieden, die 13 Jahre lang bei ihm zu Gast waren.