Monheim/Urdenbach : Pilze entdecken im Auenwald

Die Volkshochschule Monheim und die Biologische Station Haus Bürgel luden zu einer besonderen Exkursion ein – gerade richtig für den Herbst.

Sieben interessierte Teilnehmer haben sich auf dem Parkplatz des Campingplatzes in Monheim-Baumberg eingefunden. Sie sind gekommen, um an einer Pilz-Exkursion teilzunehmen, zu der die Volkshochschule Monheim und die Biologische Station Haus Bürgel für Freitagnachmittag eingeladen haben.

Bevor die Exkursion losgeht, verteilt deren Leiterin Regina Thebud-Lassak erst einmal ein Faltblatt über die häufigsten Pilze in der Urdenbacher Kämpe. Bereits seit 1983 bietet sie Führungen durch die Auenwälder an. „Ich habe auch immer eine Artenliste dabei“, sagt sie. Damit bestimmt sie die am häufigsten vorkommenden Pilze. So wundert es auch nicht, dass die Teilnehmer einige davon aufspüren, obwohl „das Wetter nicht besonders pilzfreundlich war“, wie es Regina Thebud-Lassak formuliert. Nicht nur der Sommer, auch der Herbst gestaltet sich viel zu trocken.

„Ich wandere viel“, erzählt Teilnehmerin Angelika Spriesterbach. „Und auf den Wanderungen nehme ich mir ab und zu einen Pilz mit, den ich mir dann auch zubereite.“ Doch in diesem Jahr habe sie noch keinen gesehen. Dafür ist sie bei einer Wanderung in Bayern fündig geworden. „Ich habe so einen großen Tintenschopfling gesehen“, berichtet sie und zeigt ungefähr 25 Zentimeter an. „Das war beeindruckend.“ Der erste Pilz, der den Expeditionsteilnehmern ins Auge fällt, ist jedoch ein Pappelschüppling, der verborgen von Brennnesseln an einem liegenden Baumstamm wächst.

„Der ist zäh, nichts zu essen“, verrät Regina Thebud-Lassak. Der Lamellenpilz sei relativ oft in der Urdenbacher Kämpe zu finden. „Er ist ein gefährlicher Holzzerstörer.“ So wächst er gerne an lebenden Pappeln und saugt ihnen quasi die Lebenskraft aus. Der Flache Lackporling dagegen wächst an einem abgestorbenen Baumstumpf. „Diese Pilze wachsen immer mit den Poren nach unten“, erklärt die Exkursionsleiterin, „die Poren haben Sensoren für die Schwerkraft.“

Angelika Spriesterbach hat ihre Kamera mitgebracht und macht Fotos von den Pilzen. „Ich finde Pilze sehr interessant“, erzählt sie, „und freue mich immer, wenn ich einen sehe. Sie stehen ja eng mit den Bäumen in Verbindung.“ Das bestätigt Regina Thebud-Lassak: „Manche Pilze gehen mit den Bäumen eine Symbiose ein.“ Dabei würden sozusagen „Brötchen gegen eine gefüllte Gießkanne getauscht“. Leicht zu übersehen ist der Violette Schichtpilz, der auf totem Holz gedeiht.

Ein Speisepilz, der ebenfalls auf totem Holz wächst, ist der Hallimasch. Thebud-Lassak weist auf einen Baumstumpf. „Der wächst büschelig und hat eine schuppige Oberfläche am Stiel.“ Allerdings sind diese Exemplare nicht mehr genießbar. Ihre Lamellen sind bereits wellig. „Sie sind im Begriff zu vergammeln“, bringt es die Exkursionsleiterin auf den Punkt.

Vor allem für Speisepilze interessiert sich auch Gretel Großkurth. „Ich war schon als Kind mit den Eltern und Großeltern Pilze sammeln“, erzählt sie. „Aber wenn man sich ein paar Jahre nicht damit beschäftigt hat, vergisst man viel.“ Deshalb möchte sie sich mit der Exkursion wieder auf den neusten Stand bringen.