Urdenbach: Neues Zifferblatt für die Uhr der Urdenbacher Dorfkirche

Urdenbach: Neues Zifferblatt für die Uhr der Urdenbacher Dorfkirche

Am 8. November war es abmontiert worden, da die Zahlen nicht mehr zu erkennen waren. Eine Fachfirma fertigte ein Neues.

In dem dörflichen Stadtteil Urdenbach, so sagt man, gehen die Uhren noch ein bisschen anders als etwa in der Innenstadt. Etwas übertrieben hat es jedoch die evangelische Gemeinde. Seit 8. November ließ sie ihre Schäfchen über die aktuelle Uhrzeit ganz im Unklaren. Weil man die Zahlen an der evangelischen Kirche an derUrdenbacher Dorfstraße kaum noch lesen konnte, wurde nämlich an jenem Tag gleich das ganze Zifferblatt abmontiert. Doch eine Sanierung des weiß lackierten Eisen-Quadrats war nicht mehr möglich, zu viel Rost hatte schon an der Rückseite angesetzt, hatte die Fachfirma HEW aus Herford herausgefunden, die auch die Kirchenglocken der Urdenbacher Gemeinde betreut. "Wir wissen nicht genau, wie alt das Zifferblatt ist. Doch unser Dorf-Historiker Wolfgang Keil hat anhand von historischen Fotos herausgefunden, dass es Anfang des 20. Jahrhunderts schon hing", sagt KüsterMichael Winter.

Küster Michael Winter (l.) und Kantor Jörg Steffen Wickleder halten probeweise schon mal die Zeiger auf das neue Ziffernblatt. Foto: Anne Orthen

Weil also eine Restaurierung nicht möglich war, hat die Firma ein neues Zifferblatt aus nicht rostendem Nirosta-Stahl gefertigt. Einen Großteil der Kosten in einer vierstelligen Höhe hat ein privater Spender übernommen. "Das Zifferblatt soll ja schließlich nun für die nächsten Generationen halten", sagt Winter. Und weil er sich sicher ist, dass er das nicht mehr erlebt, wenn das neue Zifferblatt wieder über 100 Jahre hält, hat er auch die Kinder der evangelischen Kita an der Hochstraße zum Besuch an der Kirche eingeladen. Carla (5) weiß auch schon, wofür man Uhren braucht: "Die zeigen einem an, wie spät es ist", sagt sie.

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Gegen 9.30 Uhr begann gestern Morgen mit Hilfe eines Hubsteigers das Anbringen des neuen Stahl-Quadrats, auf das die zwölf Zahlen per Hand aufgemalt sind. Die Zeiger der alten Uhr konnten mit einem neuen Anstrich wiederverwendet werden. Gegen 11 Uhr waren die Arbeiter fertig. Da waren die Kita-Kinder aber schon lange wieder in der warmen Stube zurück.

Und seitdem wissen auch die evangelischen Christen im Viertel endlich wieder, was die Stunde geschlagen hat.

(rö)