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Urdenbach: Grundschüler laufen für Kinder in Afrika

Urdenbach : Grundschüler laufen für Kinder in Afrika

Genau 21.121 Euro kamen bei einem Sponsorenlauf der Gemeinschaftsgrundschule Garather Straße zusammen. Mit dem Geld wird die medizinische Versorgung in einem Schuldorf in Namibia gesichert.

Ausgelassen stehen die Kinder auf dem Schulhof der Gemeinschafgrundschule Garather Straße und recken ihre Arme in die Höhe. An ihren Handgelenken baumeln bunte Gummiringe. Je zahlreicher sie sind, desto mehr Lauf-Runden haben sie bei ihrem Sponsorenlauf im Mai geschafft. Jedes Gummiband wird in Euro umgerechnet. Das eindrucksvolle Ergebnis: 21.121 Euro. Gestern Nachmittag ist das Geld offiziell auf die weite Reise in das Schuldorf Otjikondo in Namibia gegangen, und die engagierten Läufer haben ein buntes Plakat dazu gemalt. "Ich bin 15 Runden gelaufen", sagt der siebenjährige Max und zupft stolz an seinen Gummibändern. "Das Geld ist für Anziehsachen, für die Kinder", erklärt die kleine Lilly etwas schüchtern. "Es ist, damit die Kinder in die Schule gehen können", ergänzt die etwas ältere Charlotte.

"Ich habe im Unterricht Parallelen zu den Schülern in Afrika erklärt und auch die Unterschiede zu unserem Leben", erzählt Claire Stommel, deren Tochter Maja in die dritte Klasse geht und die Idee hatte, wohin das erlaufene Geld diesmal fließen soll. Claire Stommel war mit anschaulichem Material in den Klassen unterwegs. "Es hat mich schon überrascht, was die Kinder wissen wollten", sagt die Urdenbacherin. Etwa wie das Geld nach Afrika kommt und ob es dort auch den Euro gibt.

Stommel ist in Namibia geboren und aufgewachsen. Und es waren ihre Eltern, die das Schuldorf Otjikondo vor über 20 Jahren aufgebaut haben. Verständlich, dass Maja dann auf eine solche Idee kommt.

Nicht weniger als der lebhafte Unterricht zählten der sportliche Ehrgeiz und das Training. "Wir waren regelmäßig auf dem Sportplatz. Eine Runde dort sind 400 Meter, und das passte ganz gut zu unserer geplanten Strecke", erzählt Sportlehrerin Katharina Picard. Im Mai wurde es am Startpunkt Flößerstraße ernst. Von dort aus ging es an vielen Streckenposten vorbei, eine Laufrunde betrug 580 Meter. Das Ergebnis: viel Spaß für alle, eine beachtliche Spendensumme und sichtlich überraschte Eltern und Lehrer. "Wir waren erstaunt, wie viele Runden die Kinder geschafft haben", sagt Elternvertreter Dirk Kolbe, der die Fäden bei der Veranstaltung in der Hand hielt. "Sie sind über sich hinausgewachsen", ergänzt er lachend. Irgendwann habe sich sogar der Vorrat an Gummiringen erschöpft. Ein Viertklässler sei mit 40 Runden der Rekordhalter.

"Jetzt wollen natürlich ein paar Kinder nach Namibia reisen", sagt Claire Stommel lachend. Ein Feedback von dort wird es auf jeden Fall geben. "Der Musiklehrer in Otijkondo komponiert ein Lied, extra für uns", berichtet sie. Die Aufführung wird per Video festgehalten und das tritt dann die Reise nach Urdenbach an, in die GGS. "Es war ein tolles Gemeinschaftserlebnis für Kinder, Lehrer und Eltern, das bringt Verbundenheit", begeistert sich Dirk Kolbe im Rückblick. Schulleiterin Doris Kissmann setzt zur Freude der Kinder noch einmal die "Flüstertüte" in Gang. "Olé, Olé, Olé" schallt der Anfeuerungsruf für den Lauf über den Schulhof. Ab geht's wieder in die Klassen, das Geld ist unterwegs.

(bgw)