Düsseldorf-Urdenbach: Theodor-Litt-Realschule feiert Jubiläum

Eine Schule wird 50 : Theodor-Litt-Realschule feiert Jubiläum

Seit 50 Jahren ist die vierzügige Schule an der Theodor-Litt-Straße beheimatet. Die Leitung zum Schuljahrsbeginn haben Jörg Napiwotski und Konrektorin Sandra Klüser-Hanneé übernommen. Am Mittwoch wird das Jubiläum gefeiert.

Am Mittwoch wird an der Theodor-Litt-Realschule in Urdenbach Jubiläum gefeiert: 50 Jahre ist die Schule alt. Die Lehrer und der Schulleiter der ersten Stunde sind längst alle im Ruhestand. Im Juli wurde mit Hans-Gerd Pröpper der Rektor verabschiedet, der die Hälfte der Zeit aktiv miterlebt hat.

Bei der Feier in der Aula, die man sich mit dem benachbarten Gymnasium teilt, wird sein Nachfolger Jörg Napiwotzki die geladenen Gäste begrüßen. Die erwartet ein buntes Programm, das die Schüler mit ihren Lehrern gestalten. Da Oberbürgermeister Thomas Geisel verhindert ist, hat sich die Schulleitung gewünscht, dass Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke die Stadt vertritt. Die ist Patin der Realschule, die seit Januar 2015 „Schule ohne Rassismus“ ist.

Der Schwerpunkt Soziales Lernen ist nicht nur Napiwotzki, sondern auch seiner Konrektorin Sandra Klüser-Hanneé wichtig. Sie hat am 1. August ihren Dienst angetreten. Die beiden kennen sich aus einem gemeinsamen Unterrichtsjahr an einer Neusser Realschule. Napiwotzki wechselte von dort aus zunächst nach Solingen, bevor er vor sechs Jahren als Pröppers Konrektor an die Theodor-Litt-Straße kam. Die 37-Jährige blieb in Neuss und hatte dort dann die Aufgabe aufgedrückt bekommen, als kommissarische Schulleiterin die Realschule über sechs Jahrgänge auslaufen zu lassen. Damals hatte sich Düsseldorfs Nachbarstadt dazu entschieden, statt auf Real- und Hauptschule auf die Schulform Sekundarschule zu setzen. „Das war eine harte Zeit für uns alle“, sagt Klüser-Hanneé zurückblickend. Am 31. Juli war sie sprichwörtlich die Letzte, die an ihrer alten Schule das Licht ausmachte. Sie hat sich umso mehr gefreut, dass sie zum Schuljahresbeginn in die Landeshauptstadt hat wechseln können. Hier steht aktuell erst mal keine Schulform mehr vor dem Aus. Das Thema Sekundarschule war in Düsseldorf schnell passé, übrigens dann auch in Neuss. Die alte Schule von Klüser-Hanneé wurde jetzt zur Gesamtschule; ein Weg, den damals schon die Realschule gerne gegangen wäre, sagt sie.

Allerdings hat diese lehrreiche Zeit der 37-Jährigen auch deutlich gemacht, dass sie nun auch offiziell eine Leitungsfunktion übernehmen will. Das Schulleitungsteam komplettiert Svenja Lasseck, zweite Konrektorin, die seit zehn Jahren am Standort arbeitet. Die drei verstehen sich als Team, wobei Napiwotzki, der 51-jährige promovierte Biochemiker ausführt, dass es ganz wichtig sei, immer das ganze Kollegium einzubinden.

Jörg Napiwotzki ist das, was man einen Quereinsteiger nennt, nach Abschluss des Studiums blieb er an der Uni. Da habe er gemerkt, dass es ihm die größte Freude bereitet habe, wenn er mit den Studenten arbeiten konnte. Deshalb entschied er sich 2001, Lehrer zu werden. Auch wenn er wegen seiner vielfältigen anderen Aufgaben als Schulleiter kaum noch dazu kommt, selber Unterricht zu geben, sind es diese vier Stunden die Woche, die ihn glücklich machen. „Ich gehe immer mit einem Lächeln in den Unterricht.“ Da er aber aus Norddeutschland komme, sei das für Außenstehende aber nicht immer sofort zu erkennen, sagt Napiwotski mit einem schelmischen Grinsen. Die Liebe zum Unterrichten hat er mit Sandra Klüser-Hanneé gemein. Sie gibt derzeit zwar nur Englisch, hat aber auch noch die Fächer Deutsch, Politik und Philosophie im Angebot. Unterricht, sagt sie, sei für sie Entspannung.

Weniger entspannend wird für das Leitungsteam allerdings die Phase, wenn die Schule gleich nebenan neu gebaut wird. Eigentlich sollte es im dritten Quartal losgehen, doch es gibt noch keinen Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss des Stadtrates. Die Kosten liegen bei rund 25 Millionen Euro. Napiwotzki setzt nun auf einen Baubeginn im kommenden Jahr. Vielleicht im April, passend zum Jubiläums-Schulfest...