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Düsseldorf-Süd: Ein Schulleiter wird Ratspolitiker

Peter Labouvie sitzt jetzt für die CDU im Stadtrat : Vom Schulleiter zum Ratsherrn

Zweimal hatte Peter Labouvie als Leiter des Gymnasiums Koblenzer Straße seinen Eintritt in den Ruhestand verschoben. Ende Januar hat er sich aus dem Schuldienst verabschiedet. Für die CDU sitzt er jetzt im Stadtrat.

Wenn man sich vorstellt, dass jemand freiwillig direkt zweimal seinen Eintritt ins Rentenalter um dann insgesamt drei Jahre verschiebt, dann ist wohl klar, dass derjenige mit Dienstende nicht die Hände in den Schoß legen kann. Die Rede ist von Peter Labouvie, der Ende Januar mit 68 Jahren als Schulleiter des Gymnasiums Koblenzer Straße in den Ruhestand gegangen ist. Wobei das mit dem Ruhestand so eine Sache ist – jetzt widmet er sich nämlich nahtlos seinem neuen politischen Ehrenamt.

Bei der Kommunalwahl im September 2020 ist Labouvie für den neu geschnittenen Wahlkreis Garath-Ost und Benrather Osten (Paulsmühle) als Newcomer für die CDU in den Stadtrat eingezogen. Dabei ist es nicht so, dass er bis dato politisch unbeleckt war. So war er für die CDU schon sachkundiger Bürger im Schulausschuss und bei der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) aktiv.

Sein überzeugendes Wahlergebnis ist wohl auch seiner Bekanntheit im Düsseldorfer Süden geschuldet. Diesem war und ist er sehr verbunden. Einst ging der gebürtige Hasseler auf das Benrather Schloß-Gymnasium, das damals noch im Ostflügel des Schlosses beheimatet war. 1970 legt er dort sein Abitur ab.

Als Pennäler erlebte er 1967, dass die Schule sich wegen der ungeheuren Nachfrage aufteilen musste. Der Teil, der mit Englisch die fünfte Klasse begann, wechselte auf Urdenbacher Gebiet an die Koblenzer Straße, in das dortige neu gegründet Gymnasium, das 2017 sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte. Die Latein-Starter blieben am Schloss, bevor die Schule dann in einen Neubau an der Hospitalstraße zog.

Nachdem sich Peter Labouvie entschlossen hatte, selbst den Lehrberuf zu erlernen, ging es für ihn als Lehrer zurück zu den Wurzeln zum Schloß-Gymnasium; dreieinhalb Jahre war er dort unter Sigrid Belzer zudem stellvertretender Schulleiter. Als dann die Leiterstelle am „Kobi“ frei wurde, griff er zu. 15 Jahre leitete er die Schule, am 29. Januar hatte er seinen letzten Tag.

In den Ruhestand konnte er nun ruhigen Gewissens gehen, da das Gymnasium in den vergangenen Jahren um- und angebaut wurde. „Das ,Kobi’ ist eine lebendige Schule“, sagt Labouvie. Unter anderem hat die Schule einen Neubau für die naturwissenschaftlichen Fächer und eine neue Sporthalle bekommen. Und so viele Jahre nach der Abspaltung vom renommierten Schloß-Gymnasium existiere auch ein Gefühl der Benachteiligung nicht mehr, sagt der 68-Jährige. Der Standort, der auf der Grenze zwischen den Stadtbezirken 9 und 10 liegt, hat für die Schule Vorteile. Aus beiden Bezirksvertretungen gab und gibt es Geld für Projekte. Die neue Sporthalle und der Schulanbau befinden sich sogar auf Garather Gebiet. Um eine dauerhafte Fünfzügigkeit gewährleisten zu können, ist ein weiterer, kleiner Anbau auf den Weg gebracht.

Und so war nun das Jahr 2021 genau das richtige, um in einen neuen Lebensabschnitt zu wechseln. Coronabedingt aber anders, als sich Labouvie hätte vorstellen können. „Wir hatten zwischenzeitlich gedacht, dass wir im Dezember eine kleine Feier hätten machen können“, erzählt er. Da aber aus dem Lockdown light ein harter Lockdown wurde, wurde alles abgeblasen. Wobei der 68-Jährige auch das mit einer gewissen Erleichterung in der Stimme erzählt.

Im Mittelpunkt steht er nämlic nicht gerne. Und das hätte er unweigerlich bei einer persönlichen Abschiedsfeier. So konnte er sich die Mails mit den guten Wünschen daheim anschauen. So hatte die Bläserklasse ein Stück aufgenommen und der Literaturkurs ein paar Szenen einspielt. Persönlich konnte er sich von ein paar Weggefährten verabschieden. Am 28. Januar leitete er noch einmal die Schulkonferenz, an der rund 20 Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter in der großen Aula auf Abstand teilnahmen. „Das musste ein Präsenztermin sein, da sich dort die Bewerber für die Schulleiterstelle vorgestellt haben. Das ging nicht per Online-Konferenz“, sagt Labouvie.

Die letzten fünf Jahre seiner Tätigkeit seien die erfüllendsten für ihn gewesen, sagt er. Es habe ihm Spaß gemacht zu sehen, wie gut das junge Kollegium harmoniere. 2016 hatte er kommissarisch für zwei Jahre auch die Leitung des Görres-Gymnasiums übernommen, dort hatte es zuvor Ärger zwischen Eltern und Schulleitung gegeben. Eine Herausforderung – aber auch eine Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Das möchte Labouvie nun auch als Ratspolitiker.