Düsseldorf: Freiwilliges Soziales Jahr beim TSV Urdenbach

TSV Urdenbach : Eine besondere Erfahrung fürs Leben

Die Neusser Abiturientin Mara Erdweg (18) macht beim TSV Urdenbach ein Freiwilliges Soziales Jahr.

Für den TSV Urdenbach ist es ein Pilot-Projekt – und auch für die 18-jährige Mara Erdweg stehen die kommenden Monate ganz im Zeichen eines Experiments. Die aus Neuss stammende Abiturientin und begeisterte Fußballspielerin absolviert gegenwärtig bei ihrem Verein in Urdenbach ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). „Ich wollte nicht blind in ein Studium einsteigen“, begründet Mara ihre Entscheidung, sich nach Ende der Schulzeit zunächst einen „Lern-Stopp“ zu verordnen und sich mit einer gemeinnützigen Tätigkeit auf eine ganz besondere Lebenserfahrung einzulassen.

„Das FSJ ist für mich kein verlorenes Jahr“, betont die 18-Jährige, die anschließend ein Studium an der Sporthochschule in Köln beginnen und sich für ein späteres Berufsfeld noch nicht endgültig festlegen will. Zum TSV Urdenbach ist sie vor vier Jahren als Nachwuchsspielerin gekommen. Dank ihres Talents wurde Mara sogar in die U18-Verbandsauswahl berufen. Im Bezirksligateam von Frauen-Trainer Michael Boll ist die linke Außenbahn auf dem Platz inzwischen ihr Einsatzort. Schnelligkeit und Spielübersicht gehören zu Mara Erdwegs Stärken.

Ihr neuer Aufgabenbereich beim Arbeitgeber TSV Urdenbach gestaltet sich vielfältig. Eher trockene Bürotätigkeit wie Mitgliederverwaltung und Vereinsorganisation gehören ebenso zu ihren Pflichten wie die sportliche Praxis. Beim Vereinstraining beispielsweise kann Mara auf ihre Erfahrung als aktive Fußballspielerin zurückgreifen, wenn sie den ehrenamtlichen Übungsleitern der Urdenbacher Nachwuchsmannschaften zur Hand geht oder auch Videoanalysen von Spielen des Herren- und Frauenteams anfertigt. „Ich stelle relevante Sequenzen in Dateiordnern zusammen, die dann bei Bedarf von unseren Trainern und Spielern abgerufen werden können“, erklärt Mara Erdweg.

Auch außerhalb des Vereinsgeländes an der Woermannstraße ist die TSV-Angestellte im Einsatz, etwa um Schülerinnen der Grundschule St. Cäcilia in Benrath und vom Gymnasium Koblenzer Straße im Unterrichtsfach Fußball zu unterweisen. „Eine solche Kooperation mit Schulen ist für den TSV Urdenbach nur möglich, weil uns mit Mara im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres eine Mitarbeiterin auch tagsüber zur Verfügung steht“, erläutert Michael Boll. 600 Euro kostet den Verein diese außerordentliche Arbeitskraft pro Monat, die auf Antrag über den Landessportbund (LSB) vermittelt wird. Für Mara ist ein Taschengeld in Höhe von 400 Euro enthalten.

Soziale Kompetenz, Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Selbständigkeit nennt Michael Boll als Qualifikationen für eine solche Arbeitsstelle im Verein, wie sie der TSV vielleicht häufiger einrichten will. „Mara erfüllt all diese Voraussetzungen perfekt“, lobt Boll ihr Engagement. Drei Begleit-Seminare, die von LSB-Dozenten durchgeführt werden, gehören verpflichtend zum FSJ. Als Abschlussarbeit muss ein Projekt erstellt werden. „Vielleicht über die Vereinsphilosophie beim TSV Urdenbach“, hat sich Mara bereits ein Thema überlegt.

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