Düsseldorf: Falschparker behindern die Feuerwehr

Einsatz in Düsseldorf-Urdenbach: Falschparker behindern die Feuerwehr

Im Düsseldorfer Stadtteil Urdenbach kam die Feuerwehr vergangene Woche kaum durch, um einen Kellerbrand zu löschen, weil die Straßen zugeparkt waren. Kein Einzelfall.

Die Franz-Hitze-Straße in Urdenbach zählt zu den kleinen Straßen im Ortsteil und besteht gerade mal aus elf Häusern - kleinere Mehrfamilienhäuser mit vier oder sechs Parteien. Rund um das Viertel, ob Ketteler-, Töpfer- oder Garather Straße sind die Fahrbahnen eng. Weil auf der einen Seite viele Autos geparkt sind, könnte man fast von einer Einbahnstraßen-Regelung sprechen.

Tagsüber bieten die Straßen noch einigermaßen Platz, doch wenn abends die Anwohner alle zuhause sind, wird es eng auf den schmalen Straßen, dann gibt es kaum ein Durchkommen - vor allem an den Kreuzungen, weil die Autos bis in den Kreuzungsbereich hinein parken. Die Verkehrsregeln sind dann außer Kraft gesetzt. Es kann ja nichts passieren. Abgeschleppt wird sowieso nicht -so dachten die meisten Fahrzeughalter bis Dienstagabend.

Vier Personen erlitten Rauchvergiftung

Es war kurz nach 21 Uhr, als ein Bewohner der Franz-Hitze-Straße die Feuerwehr anrief und einen Kellerbrand meldete, bei dem vier Personen eine Rauchgasvergiftung erlitten. Sofort alarmierte der Leitstellendisponent Einsatzkräfte mehrerer Feuerwachen im Düsseldorfer Süden. Die machten sich sofort auf den Weg, kamen aber nicht direkt zum Brandort. Denn an mehreren Stellen behinderten Autos, die im Kurveninneren von Kreuzungen parkten, das Weiterkommen der Feuerwehrfahrzeuge. Ein Durchkommen war nur laut Feuerwehr nach mehrmaligem Zurücksetzen möglich. Vor allem in den Kreuzungsbereichen Flößerstraße und Bockhackstraße sowie Kettelerstraße und Franz-Hitze-Straße verloren die Einsatzkräfte nach Angaben der Feuerwehr wertvolle Zeit. Erst nach rund elf Minuten waren die ersten Kräfte am Brandort. Und dies ist in Düsseldorf kein Einzelfall. In diesem Jahr ist es schon das dritte Mal, dass die Feuerwehr auf dem Weg zum Einsatzort durch falsch geparkte Autos behindert wurde. Zuvor gab es ähnliche Fälle im Januar und Februar, beide in Eller.

Immer wieder Ärger mit Falschparkern

Dass die Feuerwehr nicht zum Einsatzort gelange, käme wesentlich häufiger vor, sagt Feuerwehrsprecher Christopher Schuster. Das gelte auch für den Rettungsdienst und den Notarzt. "Wir hängen das nicht jedes Mal an die große Glocke", sagt Schuster, doch immer wieder seien Feuerwehrzufahrten gesperrt. Sicherlich könnte die Feuerwehr das Ordnungsamt oder die Polizei wegen der Falschparker informieren, "aber wir sind zunächst einmal dafür da, Feuer zu löschen und Menschen zu retten", erklärt Schuster. Und wenn der Einsatz vorbei sei, denke man nicht mehr an die Falschparker.

Sein Appell an die Verkehrsteilnehmer: die Autos entsprechend so zu parken, dass die Feuerwehr durchkäme. Dem kann Arnold Sevenich, Vorsitzender des Allgemeinen Bürgerverein Urdenbach (ABVU), nur zustimmen. "Im ganzen Viertel parken die Leute an den Ecken, wo sie nicht stehen dürfen", sagt er und ergänzt: "In Alt-Urdenbach ist es sogar noch schlimmer, und die Straßen sind noch enger."

Bei der Bürgersprechstunde der Polizei in den Räumen der ABVU-Geschäftsstelle sei das verbotwidrige Parken und der Kellerbrand Thema gewesen. Irgendwie sei man machtlos, meint Sevenich. Sein Vize Torsten Winter erklärt, dass das Parkproblem in Urdenbach bekannt sei, dennoch wundert er sich darüber, "dass wir während des Erntedankfestes keine Falschparker haben. Und ich frage mich immer, wo all die Autos dann sind."

(RP)
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