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Düsseldorf: Ein „Da noi“ kommt nach Urdenbach

Nachfolger von Imbiss Seydel : Ein „Da noi“ kommt nach Urdenbach

Mehmet und Perihan Dogan bauen gerade den alten Imbiss Seydel um. Eröffnung ist im September geplant. In dem italienischen Restaurant soll es auch legendären Radieschen-Salat von Seydel geben.

Seit einigen Wochen spinksten Vorbeigehende durch die Fenster des altehrwürdigen Backsteinhauses an der Ecke Urdenbacher Dorfstraße/Itterbrücke, das über viele Jahre die Grillstube Seydel beherbergte. Die Container mit Bauschutt auf dem Hof füllten sich immer wieder neu. Ganz Urdenbach rätselte derweil, wer wohl einziehen wird.

Inzwischen ist das Geheimnis gelüftet. Plakate verkündigen, dass das italienische Restaurant „Da Noi“ einziehen wird. Zurzeit liegen im Innenraum des künftigen Restaurants keine Fliesen mehr, und er wirkt erstaunlich geräumig. „Die Arbeiter haben drei Container gefüllt“, erzählt Inhaberin Perihan Dogan: „Das war alles 50 bis 60 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß“, kommentiert sie mitten in einer Staubwolke den Aufwand. „Und wir wollen hier lange bleiben“, setzt sie hinzu.

An der Graf-Adolf-Straße gehört das Ehepaar Dogan zu den Alteingesessenen: Seit 2004 bietet es im Stammhaus von „Da Noi“ italienische Schlemmereien. Die Dogans lieben das italienische Lebensgefühl, haben fast jede Ecke des Landes bereist und sprechen fließend Italienisch. Mehmet Dogan kommt aus einer Gastronomenfamilie, seine Frau studierte Betriebswirtschaft und Management, beide teilen sich die Leitung ihrer Restaurants.

Dass die Grillstube Seydel frei wird, erfuhr Mehmet Dogan von den vorherigen Betreibern, den Brüdern Knauff. Alle drei sind Paulsmühler Jungs und kennen sich schon lange. Das Ehepaar Dogan griff zu, denn es begeistert sich für das Urdenbacher Flair. Die Lage im kleinen Zentrum an der Itter und am Spielplatz sei ideal, sagt Perihan Dogan. Ihr Mann habe sich bereits mit 13 seine Pommes bei Seydel geholt. Die Familie wohnt mit ihren beiden Kindern um die Ecke und Sohn Robin ist TSV-Urdenbach-Fan und Mitglied. „Das alte Haus von Otto Seydel ist ein tolles Gebäude und ein Stück Heimatgeschichte“, sagt Perihan Dogan.

Bereits Anfang des Jahres war die Übernahme der Lokalität unter Dach und Fach – jedoch war von Corona damals noch keine Rede. „Aber wir ziehen das jetzt durch“, sagt die 44-Jährige. Außerhalb von Corona-Zeiten – ohne Sicherheitsabstände – stehen 40 Plätze zur Verfügung, der Hof zur Itter hin wird einbezogen.

Das „Da Noi“ – ins Deutsche übersetzt „bei uns“ – bietet klassische italienische Küche. „Aus Rezepten aus Apulien und Neapel“, berichtet Perihan Dogan. Der neue Pizzaofen für Urdenbach kommt allerdings aus einer anderen Gegend. „Er wird in Amerika gebaut, weil wir bereits gute Erfahrung damit gemacht haben“, sagt die 44-Jährige. Darüber, dass darin demnächst auch glutenfreie Pizza gebacken wird, freut sich sicher mancher Allergiker. Entsprechende Pasta und Veganes stehen ebenfalls auf der Speisekarte. Seydel-Nostalgiker können sogar den legendären Radieschen-Salat bestellen. „Und zwar nach dem Originalrezept von Otto Seydel“, sagt Perihan Dogan.

Was außerdem – trotz aller baulichen Umwälzungen – bestehen bleibt, ist die handgeschnitzte Eingangstüre. Voraussichtlich im September werden Perihan und Mehmet Dogan diese öffnen. Natürlich ziert dann ihr Restaurantname die Außenfassade. Die nostalgische Werbung der Grillstube hat sich bereits ein Urdenbacher gesichert.