Sauberkeit : Auch ohne Hochwasser viel Müll in der Kämpe

Um auf Nistzeiten Rücksicht zu nehmen, wird die Urdenbacher Kämpe einen Monat vor dem Dreck-Weg-Tag gesäubert.

Autobatterien, Kleidung, Schuhe, Laptopteile – alles Dinge, die in der Natur der Urdenbacher Kämpe nichts verloren haben und doch immer wieder dort zu finden sind. Und die Liste der ungewöhnlichen Fundstücke lässt sich beliebig lang weiterführen. Sehr zum Leidwesen von Torsten Winter, dem zweiten Vorsitzenden des Allgemeinen Bürgervereins Urdenbach (ABVU) und zahlreicher Anwohner, die regelmäßig ihre Freizeit in der Kämpe verbringen. Deswegen kamen am vergangenen Samstag viele freiwillige Helfer bei der jährlichen Kämpen-Reinigung des Bürgervereins zusammen. Zeitgleich mit den Urdenbachern startete auch eine Gruppe aus Baumberg. Bei Haus Bürgel trafen sich die vielen Freiwilligen zum gemeinsamen Mittagessen.

„Wir sind total zufrieden mit der Resonanz. Wir haben 130 Personen aus Urdenbach und 25 Baumberger“, sagt Winter. „Und das trotz der schlechten Wettervorhersage.“ Generell sei die Teilnehmerzahl leicht zunehmend, worüber Winter sich freut. Im Vorfeld gab es bereits 60 Anmeldungen. „Wir haben heute viele junge Leute dabei, aber auch ein paar ältere“, so Winter. Das zeige, dass die Kämpe allen Generationen wichtig sei.

„Mir hat die Aktion heute Spaß gemacht, da ich mich sehr für den Umweltschutz interessiere“, sagt die 13-jährige Eva. „Wir haben viele leere Flaschen und Hundekotbeutel gefunden, die ja keinen Sinn mehr machen, wenn man sie dann einfach wegwirft.“ Zusammen mit ihrem Vater hat die Schülerin den Vormittag genutzt, um draußen zu sein und etwas Sinnvolles zu tun, wie sie sagt.

Nathalie Hüskens ist zum ersten Mal bei der Kämpen-Reinigung mit dabei. „Es ist schon traurig, wenn man sieht, was hier alles rumliegt.“ Da Hüskens selbst in Urdenbach wohnt und in der Kämpe regelmäßig joggen oder spazieren geht, wollte sie schon immer mal bei der Aktion mitmachen. „An sich hat es total Spaß gemacht, die Leute sind gut drauf und man kommt miteinander in Kontakt.“ Auch Peter Wuttke findet die Kämpen-Reinigung sehr gut und ist verblüfft über einige Fundstücke. „Wir haben einen komplett neuen linken Schuh gefunden, ein Laptopoberteil und viel Kleidung.“

Unterteilt in Gruppen sammelten die Helfer rund zwei Stunden im gesamten Gebiet bis runter an den Rhein und bis an die Grenze zu Garath. Als Dankeschön und netten Abschluss der Müllsammelaktion gibt es um 12 Uhr bei Haus Bürgel Suppe und Getränke für die Helfer. „Es ist ein schönes Beisammensein, man isst hinterher noch eine Suppe zusammen und trinkt ein Bier“, sagt Felix Heidelberg, Mitglied der Erntedankgruppe. Zusammen mit anderen Helfern ist er den Müllsammlern hinterhergefahren und hat die vollen Säcke oder größeren Fundstücke eingeladen. Auch in diesem Jahr sind rund 40 Kubikmeter Müll zusammengekommen.

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