Brauchtum in Urdenbach : Dorffest statt Festzug

Der Urdenbacher Schützenverein rückt ein Stück von den alten Traditionen ab, um sein Fest für die Menschen interessanter zu machen.

Jörg Haack ist seit 1964 im Schützenwesen aktiv, seit 20 Jahren ist er Chef des Bürgerschützenvereins Urdenbach. „Es hat sich viel getan in dieser langen Zeit“, resümiert Haack. Viele der althergebrachten Traditionen, die er „preußisch“ nennt, haben, so Haack, ihren Stand in der Bevölkerung verloren. „Die Menschen interessieren sich immer weniger für Uniformen, Umzüge und die klassische Kirmes.“

Unter seiner Leitung hat der Urdenbacher Verein beschlossen, mit der Zeit zu gehen: Seit 2003 gibt es keine Kirmes mehr, seit 2017 keinen Schützenzug.

„Statt das Geld in dieses Fass ohne Boden zu werfen, haben wir in unser Vereinsheim investiert“, sagt der Schützenchef. Das Vereinshaus wurde renoviert, ein eigenes Festzelt mit 200 Quadratmetern angeschafft. „So sind wir autark und können unsere Feste selbstbestimmt organisieren“, sagt Jörg Haack. Das komme gut an: Die Bevölkerung von Urdenbach besuche das Dorffest, das die Schützen als Ersatz für ihre traditionellen Veranstaltungen organisieren, gern und in guter Zahl. Auch an die Kinder haben die Schützen beim Erstellen des Programms gedacht.

Das Urdenbacher Schützenfest ist in zwei Teile geteilt: Bereits vor zwei Wochen gab es das große Königsschießen, am kommenden Wochenende findet am Samstag der Krönungsball mit dem Insignienwechsel der Majestäten statt.

Am Sonntag gibt es zunächst einen Empfang, bei dem Jörg Haack ab 12 Uhr in der Gaststube Extratour, Drängenburgerstraße 4, eine Rede zu seiner 20-jährigen Amtszeit als Schützenchef halten wird. Daran schließt sich das Bürger- und Dorffest an, bei dem ab 15 Uhr auch die Band „Shake the Dog“ auftreten wird.

„Das Brauchtum hat sich verändert, und wir glauben, dass es richtig ist, dass sich die Vereine mit ihm verändern“, sagt Haack.

Mehr von RP ONLINE