Constanze Stolz: Kurs auf Olympia 2020 in Tokio

Seglerin aus Urdenbach : Kurs auf Olympia 2020 in Tokio

Die in Urdenbach aufgewachsene Seglerin Constanze Stolz lebt inzwischen in Kiel – verständlich, ist die leidenschaftliche Seglerin doch da von Wasser umgeben.

Constanze Stolz hat die Olympischen Spiele 2020 bereits fest in ihrem Terminkalender notiert. Im fernen Tokio nämlich will die leidenschaftliche Seglerin aus Urdenbach bei den Weltspielen unbedingt dabei sein und damit ihren großen Traum wahr werden lassen. „Das ist mein Ziel, dafür gebe ich alles“, bekennt die 23-Jährige, die ihr Segel-Talent schon als Jugendliche eindrucksvoll unter Beweis gestellt und internationale Erfolge errungen hat wie den Vize-Welt und Vize-Europameistertitel. Bei den Olympischen Jugendspielen 2010 in Singapur erlebte sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille den, wie sie betont, bislang emotionalsten Moment ihrer Sportkarriere. Im Kreis der Damen-Konkurrenz triumphierte sie 2015 als Deutsche Meisterin in der Bootsklasse Laser Radial.

Einen Wechsel in die olympische Bootsklasse 470er – diese Bezeichnung rührt daher, weil solche Boote exakt 4,70 Meter sind – hat Constanze Stolz 2015 vollzogen, um bei internationalen Wettkämpfen weiterhin Top-Ten-Ergebnisse erzielen zu können. „Für Laser Radial war ich gewichtsmäßig einfach zu leicht“, erklärt sie. Nun nimmt sie im 470er als Steuerfrau gemeinsam mit ihrer Vorschoterin Anna Reinberg Kurs auf Olympia. „Wir ergänzen uns prima“, versichert sie.

Trainingsort ist die Ostseestadt Kiel, dem nationalen Olympiastützpunkt, wohin es die segelbegeisterte Düsseldorferin gleich nach ihrem Abi 2013 am Ursulinen-Gymnasium gezogen hat. Hier, an der Kieler Förde, wo schon 1972 die Medaillenentscheidungen in den Segel-Regatten bei den Olympischen Spielen ausgetragen wurden, sind die Trainingsbedingungen optimal. Ihr Psychologiestudium absolviert sie gleichzeitig als Fernstudium. „Leistungssport und Studium zu verbinden, setzt Disziplin voraus“, räumt die Seglerin ein. Aber es funktioniert, weil sie eben fleißig ist.

Der Segelsport hat Constanze Stolz schon rund um die Welt geführt. Zu einer WM-Regatta in Oman beispielsweise, oder gar nach Australien. „Ich genieße die tolle Atmosphäre bei den Wettkämpfen und auch,  Menschen und ferne Länder kennenzulernen“, verrät sie. Für Sightseeing bleibt bei allem Wettkampfstress allerdings meist nur wenig Zeit.

Seglerin Constanze Stolz als Steuerfrau gemeinsam mit ihrer Vorschoterin Anna Reinberg. Foto: Constanze Stolz

Unterstützt wird sie in ihrer Sportkarriere von Papa Markus und Mama Annette und durch die Stadt Düsseldorf, das Land NRW und die Boot Düsseldorf. „Sonst wäre es mir nicht möglich, den Segelsport auf international hohem Niveau auszuüben“, weiß die Weltenbummlerin, die in ihrer Freizeit bei sich daheim in Kiel gern kocht oder zur Entspannung Kuchen backt.

Kontakt zu ihrer Heimat Urdenbach hält sie per Telefon. Alle zwei oder drei Monate ist sogar ein Besuch bei den Eltern drin. Dann steht ein gemütlicher Spaziergang im Benrather Schlosspark oder am Rhein auf dem Programm. Und natürlich Eis-Essen im Dorf in der Fußgängerzone. Wenn es mal passt, verfolgen Constanzes Eltern die Segelkünste ihrer Tochter vor Ort. Jüngst in Hamburg beim „Rennen der Legenden“ auf der Außenalster war die Gelegenheit. Constanze Stolz: „Da haben sie mich bei der Zieleinfahrt sehen können.“

Über die ersehnte Olympia-Nominierung wird erst Ende 2019 entschieden. Bis dahin muss sich das Segel-Duo Stolz/Reinberg bei Qualifikations-Regatten noch mächtig in die Leinen legen.

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