Urdenbach: Bungee Fitness - ein Trend zum Abheben

Urdenbach: Bungee Fitness - ein Trend zum Abheben

Im Seestern Fitnessclub Süd hüpfen und schwingen die Kursteilnehmer neuerdings an Bungee-Seilen. Das Training soll die Gelenke schonen und die tiefsitzende Muskulatur aktivieren.

Bungee springen ist etwas für Mutige: Sie stürzen sich an elastischen Seilen von Brücken oder hohen Häusern und suchen den ultimativen Kick. Wie soll Bungee im Fitnessstudio funktionieren, fragen sich deshalb die ersten Kursteilnehmer. Gemeinsam starten wir zu acht mit Bungee-Fitness in den Tag. 30 Minuten dauert das Training. Es soll für jeden geeignet sein, egal wie jung oder alt man ist. "Es ist Ganzkörpertraining mit dem eigenen Gewicht", erklärt Karsten Peschke, Betriebsleiter vom Seestern Fitnessclub Süd. Von der Decke im Trainingsraum hängen die elastischen Seile herab. Beim Blick in den großen Spiegel kann jeder seine federnden Sprünge später verfolgen.

Doch vor den Schweiß hat Trainerin Jenny Gutkowski das richtige Einstellen der elastischen Bänder gesetzt. Die sollen sich ungefähr in Kniehöhe einpendeln. Schnell einen Karabiner hier öffnen, dann noch ein Band einhängen. Der Blick geht nach oben zur Decke, dort ist die Bungee-Konstruktion befestigt. "Vertrauen ins Material ist wichtig", denke ich mir.

Konzentriert und fröhlich folgen wir den Anweisungen, hier muss es klick machen, dort einrasten. "Es ist ein bisschen wie bei den Bergrettern", lacht Birgit Cornelissen. Sie macht heute zum ersten Mal mit. Die Stimmung steigt, als wir uns kurz setzen und uns einschaukeln. Doch schnell heißt es: Die Sitzposition halten, mit den Händen in die Schlaufen greifen und hoch und runterziehen. Der Bizeps bekommt Arbeit. "Beine gerade strecken und anspannen", sagt Jenny Gutkowski. Damit jeder richtig in den Schlaufen hängt, prüft die Trainerin den Sitz der Karabiner.

Im Kursus gibt es Platz für acht Teilnehmer. Ralf Biesel macht schon zum zweiten Mal mit: "Es ist die perfekt Kombination aus Spaß und Sport", sagt er.

Es ist wirklich lustig, fast frei schwebend über dem Boden die Balance zu halten. "Jetzt legen wir uns auf den Bauch und nehmen Arme und Beine in die Höhe", spornt Trainerin Jenny Gutkowski alle an. Ein vorsichtiger Blick zur Seite, bald schweben alle über dem Boden. Jetzt bloß nicht das Gleichgewicht verlieren. Die Leichtigkeit der Körperspannung erschließt sich nicht sofort.

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Manchmal kommt auch kurz ein mulmiges Gefühl auf, wenn man sich in die Schlaufen eingehakt plötzlich nach hinten fallen lassen soll. Doch die Bänder halten einen und der ganze Körper arbeitet mit. Kurze Trainingsintervalle aktivieren die tiefsitzenden Muskulatur.

Auch die Lachmuskeln sind aktiviert, denn die neue Gruppe startet ungewohnte Bewegungsabläufe. Gegen das Bungeeseil anlaufen und in die Höhe hüpfen, dann noch mit den Armen einen großen Pezziball zurückkicken. "Es ist ein bisschen wieder wie Kind-Sein", findet Birgit Cornelissen.

Momente der Schwerelosigkeit stellen sich ein und dann spürt doch jeder, dass Kraftaufwand und Koordination notwendig sind.

Erstmals macht Annette Zensen mit: "Ich fand es anstrengend aber super", sagt sie. Ihr gefällt besonders die Gemeinsamkeit in der Gruppe.

Die elastischen Bänder passen sich den jeweiligen Anforderungen individuell an. Das hat Vorteile für Trainierte und Anfänger. Nach der ersten Trainingseinheit ziehen alle Neuen eine positive Bilanz. Sie wollen weitermachen, Im Kursplan steht Bungee-Fitness fast täglich.

(sime)
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