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Apfelverkauf 2020 auf Haus Bürgel in Urdenbach

Aktion auf Haus Bürgel : Schlange stehen für seltene Äpfel aus der Kämpe

Beim Obstverkauf auf Haus Bürgel wurde genau auf Infektionsschutz geachtet. Die Besucher hatten eine große Auswahl aus vielen teils sehr exotischen Apfelsorten.

Der Hauptgrund, warum die Mitarbeiter der Biologischen Station Haus Bürgel auf ihrem Gelände rund 40 verschiedene Apfelsorten züchten, ist der Artenschutz. Doch neben dem Erhalt alter und seltener Sorten dient der Verkauf der jährlichen Ernte von rund zehn Tonnen auch dazu, die ökologischen Projekte der Station finanziell zu unterstützen.

Am Freitag war es wieder so weit: Zum Apfelverkauf von Haus Bürgel kamen Menschen aus der Region – so viele, dass die Schlange der Wartenden vom Eingang zum bürgeler Hof bis zur Schnellstraße reichte und die Autos auch rund um das benachbarte Gehöft geparkt waren. „Mit so einem Andrang hatten wir nicht gerechnet“, sagt Elke Löpke, Leiterin der Biologischen Station.

Aus Gründen des Infektionsschutzes mussten die Menschen beim Warten Masken tragen, in der Schlange wurde auf Abstand geachtet und die Verkaufsstände mit Äpfeln, Säften, Schnäpsen, Honig und Eis waren im ganzen Innenhof von Haus Bürgel verteilt. Am Eingang wurde darauf geachtet, dass sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten.

Löpke freut sich, dass sich so viele Menschen sich für seltene Apfelsorten begeistern können. „Eine Dame hat mir erzählt, dass sie sich ihre Äpfel aus dem Alten Land bei Hamburg liefern lässt – hier bekommt sie die selben Sorten frisch vom Baum“, so Löpke. Viele der traditionellen Sorten sind nämlich auf Grund ihrer Wuchsform für die gewinnorientierte Produktion ungeeignet.

Umso mehr Vielfalt bieten diese urtümlichen Züchtungen. Biologe Norbert Tenten ist der Apfel-Experte von Haus Bürgel, bei ihm bekamen die Gäste Ratschläge, welche Äpfel sich für was eignen – besonders süß, besonders sauer, saftig, haltbar – Tenten kann zu jeder der Sorten Informationen geben. Und auch die Käufer, die teils lange Wartezeiten für einen „Kaiser Wilhelm“ oder einen „Berlepsch“ in Kauf nahmen, wussten zu schätzen, dass sie essbare Raritäten bekommen. Einige Sorten waren bereits nach gut einer Stunde vergriffen.

„Die Ernte war in diesem Jahr eher mittelmäßig“, sagt Elke Löpke. Eingefahren wurde sie mit Hilfe von Freiwilligen und Unternehmen, die die Arbeit in der Natur als soziales Event nutzten. Was jetzt noch an den Bäumen hängt, wird gesammelt und zu Apfelsaft verarbeitet. „Und dann ist die Saison auch bald vorbei“, sagt Biologin Löpke.