Amerikanischer Strauch bedroht die UrdenbacherKämpe

Urdenbacher Naturschutzgebiet : Amerikanischer Strauch bedroht Kämpe

In der Naturlandschaft werden in Kürze wieder über 20 Pappeln gefällt. Außerdem werden Hecken und Zäune gepflegt. Außerdem sollen Storchenpaare angelockt werden.

In der Urdenbacher Kämpe werden in Kürze landschaftspflegerische Maßnahmen umgesetzt. Diese zielen auf die Förderung geschützter Lebensraumtypen und Arten ab, heißt es in einer Pressemitteilung der Biologischen Station Haus Bürgel. So werden stellenweise Hecken und Säume gepflegt sowie Zäune zur Fortsetzung oder Ausdehnung der Beweidung erneuert. Im Bereich der Bürgeler Wiesen, werden 20 Hybridpappeln gefällt, um die Situation des nördlich angrenzenden Feuchtgrünlands zu verbessern.

Die hohen Bäume beschatten die Feuchtwiese von Süden her sehr stark und führen durch den Laubfall zu Nährstoffeinträgen. Eine Heckenstruktur mit einzelnen herausragenden Eichen und Eschen soll hier in Zukunft „das Gesicht der Mittelhecke“ prägen. Arten wie Sumpfschrecke, Wiesensilge, Kuckucks-Lichtnelke und Co. profitieren von der Maßnahme, die auf die Förderung artenreicher Feuchtwiesen abzielt. Entlang des Altrheins werden zudem einzelne Hybridpappeln aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt.

Weil sie mit den Wurzeln dauerhaft im Nassen standen, sind mehrere Bäume abgestorben und drohen auf den Wanderweg zu fallen. Ferner werden in den Bürgeler Wiesen und am Dammweg Bestände des aus Nordamerika stammenden Seidigen Hartriegels gerodet. Diese strauchige Zierpflanze breitet sich zurzeit am Altrhein stark aus und bedroht durch ihre Dominanz wichtige Arten von Röhrichten und Feuchtwäldern. Bereits im März 2017 wurden in der Kämpe Pappeln gefällt, unter anderem sechs am Ausleger. Hinzu kommt, dass die Pappeln aufgrund ihres Alters zunehmend brüchig sind

An zwei Stellen (am Dammweg und nahe der Mündung des Garather Mühlenbachs in den Rhein) wurden zwei Weißstorch-Nistmasten errichtet. In den vergangenen Jahren konnten in der Urdenbacher Kämpe vermehrt wieder Weißstörche beobachtet werden. Zuletzt hatten sie vor zirka 100 Jahren auf der Urdenbacher Kirche sowie auf Bäumen in der Urdenbacher Kämpe gebrütet. Nach einem europaweiten Bestandstief, das bis in die 1990er Jahre andauerte, haben sich die Bestände wieder bundes- und landesweit erholt.

In NRW gibt es mittlerweile wieder rund 320 Brutpaare, vornehmlich am Niederrhein und in Westfalen, während der Weißstorch noch Mitte der 1990er Jahre in NRW als vom Aussterben bedroht galt und nur noch in Ostwestfalen vorkam. Nächstgelegene Brutplätze liegen zurzeit im Kreis Viersen und im Norden von Duisburg. In 2018 wurden am Altrhein Weißstörche bei der Paarung beobachtet, ohne dass es zum Bau eines Nestes kam. Die Nistplattformen bieten den Weißstörchen sturmsichere und vor Bodenräubern, wie dem Steinmarder oder Waschbär, geschützte Brutmöglichkeiten und können beide aus der Distanz, vom Dammweg sowie vom Rheinuferweg aus, beobachtet werden.

(RP)
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