800 Unterschriften gegen Sparkassen-Filialschließung in Hassels

Filialschließungen der Stadtsparkasse : 800 Unterschriften gegen Filialschließung

Die Stadtsparkasse will zum 30. September 13 Filialen schließen. An acht Standorten – wie in Hassels und Urdenbach – sollen die Automaten bleiben und es kommt einmal die Woche ein Sparkassenbus.

Ulrike Pickard ist in Hassels bestens bekannt. Sie arbeitet im Büdchen am Denkmal und ist so etwas wie der Kummerkasten im Viertel. Und so ist es fast schon logisch, dass sie Ende vergangenen Jahres eine Unterschriften-Aktion gegen die Schließung der Sparkassenfiliale in Hassels an der Hasselsstraße begonnen hat. 800 Menschen haben die am Büdchen ausgelegten Listen im Dezember unterschrieben. „Es wären bestimmt noch mehr gewesen, wenn ich weiter gesammelt hätte“, sagt sie. Doch schließlich soll die Aktion ja bewirken, dass die Stadtsparkasse nicht wie geplant zum 30. September ihre Dependance in Hassels schließt. Wie zwölf weitere im Stadtgebiet (siehe Info-Kasten).

Es ist ein normaler Vormittag in der Woche. In der Sparkasse herrscht reger Betrieb. Auch an den Schaltern haben sich kleine Schlangen gebildet. „Das ist hier immer so“, sagt Ulrike Pickard, die eine Aufrechterhaltung des Angebots vor allem für ältere und fußkranke Menschen für nötig hält. Die Unterschriften hat sie an die Bezirksvertreter Udo Skalnik (SPD) und Dirk Angerhausen (CDU) übergeben. Skalnik, der stellvertretender Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 9 ist, wird sie dem Oberbürgermeister persönlich übergeben. Der, so Skalnik, plane noch in diesem Monat einen Besuch im Benrath/Urdenbacher SPD-Ortsverein. Thomas Geisel ist Verwaltungsratsvorsitzender bei der Sparkasse. Dem Kreditinstitut hatte er schon mal dazwischen gefunkt, als dieses wegen der Sprengungsserie Geldautomaten hatte stilllegen wollen.

Auch in Urdenbach hatte sich Protest wegen der Filialschließung geregt. Die Vorsitzenden mehrerer Vereine hatten in einem Brief an Politiker von Bund, Land und Stadt um Unterstützung gebeten. Kurz vor Weihnachten hätten Sparkassenvertreter den Urdenbacher Vereinsvorsitzenden noch einmal persönlich die Gründe erläutert, berichtet Arnold Sevenich, Vorsitzender des Allgemeinen Bürgervereins Urdenbach (ABVU): „Wir überlegen jetzt noch, ob wir weiteres planen.“

An beiden Standorten sollen die SB-Bereiche erhalten bleiben; zudem soll ein Sparkassenbus beide Stadtteile an einem Vor- oder Nachmittag in der Woche anfahren. Dort soll man dann alle Bankgeschäfte erledigen können. Ihre Filial-Ausdünnung begründet die Düsseldorfer Stadtsparkasse mit drastisch gesunkenen Nutzungszahlen: So betritt jeder Sparkassenkunde im Schnitt nur noch einmal im Jahre eine Filiale. Die meisten Bankgeschäfte werden nun online getätigt.

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