Bauprojekt : Schwimmbadstandort weiter offen

Die Bürger konnten Anregungen geben, wo der Neubau künftig stehen soll.

Der Workshop-Abend zur Zukunft des Unterrather Schwimmbades begann mit einer Entschuldigung von Baudezernentin Cornelia Zuschke. Die Stadt hatte das Interesse der Bürger stark unterschätzt und mit viel weniger als den weit über 250 Teilnehmern, die erschienen waren, gerechnet. Deshalb fanden nicht alle Platz in der Aula der Elsa-Branström-Schule und mussten die einführenden Vorträge über eine Leinwand aus Nebenräumen verfolgen. Der anschließende Austausch der Bürger mit Experten an mehreren Stationen zu verschiedenen Aspekten des Badneubaus verlief aufgrund des großen Andrangs ebenfalls nicht optimal. „Ich bin aber dennoch mein Anliegen, dass wir weiterhin eine Sauna in Unterrath wollen, losgeworden“, sagt Anneliese Müller.

Dabei ging es bei dem Infoabend eigentlich nicht um die Gestaltung des Bades, sondern darum, an welchem Standort dieses gebaut werden soll. So wäre ein Neubau am jetzigen Standort an der Mettlacher Straße genauso wie am Rande des Großmarktes an der Ulmenstraße möglich. Dort wird der Baumarkt abgerissen, um Platz für einen modernen Rewe-Supermarkt zu schaffen. Deutlich wurde, egal welcher Standort gewählt wird, die Bürger wollen nicht nur einfach ein neues Bad, sondern einen Mehrwert für ihren Stadtteil erreichen. Dies soll durch Platz für ergänzende Einrichtungen wie etwa Fachgeschäfte, Cafés, ein Bürgersaal, Arztpraxen oder Grünanlagen erreicht werden.

Ein Vorteil des neuen Standortes wäre es unter anderem, dass der Badebetrieb während des Neubaus, der drei Jahre dauert, aufrechterhalten werden könnte. Vorausgesetzt,dass die veraltete Technik des 1967 errichteten Hallenbades so lange durchhält. Dort wäre zudem mehr Platz für Parkplätze. Die Bürger befürchten aber, dass es dann an der Kreuzung An der Piwipp/Kalkumer Straße zu einem Verkehrschaos kommen könnte.

Über 800 Bürger haben zudem bereits eine Petition unterschrieben, mit der für den Erhalt des alten Standortes gekämpft wird. „Das jetzige Schwimmbad ist fußläufig von allen vier Unterrather Schulen erreichbar und ist zudem viel besser an den ÖPNV angeschlossen als der neue Standort, denn dort halten nicht die Buslinien“, nennt Ute Körner einige der Gründe.

Unabhängig davon, ob ein Badneubau am neuen Standort realisiert wird, sollen die benachbarten beiden Ecken An der Piwipp/Kalkumer Straße und Thewissenweg/Kalkumer Straße städtebaulich weiterentwickelt werden. Dort soll als Eingang zum Stadtteil das „Unterrather Tor“ entstehen. Auch dazu konnten die Bürger Anregungen geben, die in diesem Bereich Einrichtungen für sich, wie eine Bäckerei, aber kein Hotel oder Büroräume, favorisieren.

„Es geht noch nicht darum, fertige Konzepte zu erstellen, sondern die Wünsche der Bürger zu erfahren, die dann in die weiteren Planungen einfließen. Wir wollen nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden“, sagt Zuschke. Die Ergebnisse werden dann den entsprechenden Gremien wie den Planungsausschuss, der Bezirksvertretung und der Bädergesellschaft vorgestellt. „Ob wir dann zwei Varianten entwickeln oder die Planungen auf eine Variante zuspitzen, ist noch offen.“ Bis Ende November können die Bürger per Email unter workshop_unterratherhallenbad@duesseldorf.de ihre Ideen und Wünsche abgeben.