Unterrath: Deadly Darlings suchen Verstärkung

Roller-Derby-Mannschaft : Deadly Darlings suchen Verstärkung

Die gemischte Roller-Derby-Mannschaft des TuS Düsseldorf-Nord wirbt für neue Spieler und braucht auch noch einen Trainer.

Gähnende Leere am Samstagnachmittag in der Rollsporthalle des TuS Düsseldorf-Nord in Unterrath: Seit Wochen sind Abteilungsleiterin Tanja Becker und ihr Mannschaftskamerad Lutz Mackenstedt die einzigen Team-Mitglieder der Deadly Darlings, die noch zum Roller-Derby-Training kommen. Zu zweit drehen sie auf Rollschuhen ihre Runden und hoffen, dass doch mal wieder ein paar Rollsportbegeisterte vorbeischauen. Das war nicht immer so: Vor anderthalb Jahren bestanden die Deadyl Darlings noch aus 23 Mitgliedern, zehn davon trainierten aktiv. „Nach den Sommerferien 2017 kamen plötzlich immer weniger“, sagt Becker enttäuscht. Viele waren gerade mit dem Studium fertig und weggezogen, andere gaben den Sport aus gesundheitlichen Gründen auf, und nicht zuletzt wechselten einige wegen Entscheidungen des TuS-Vorstands zu Vereinen im Umland. So blieben schließlich sieben Mitglieder, von denen nur noch zwei aktiv sind.

Zum Jahresanfang hat TuS-Kassenwart Dirk Achtermann den verbliebenen Deadly Darlings seine volle Unterstützung beim Aufbau eines neuen Teams zugesagt. Auch die Kosten für eine Trainerausbildung wird der Verein übernehmen – sofern sich jemand findet, der den Übungsleiterschein machen will, regelmäßig zu den Trainingsstunden kommt und einen Trainingsplan zu entwickelt. „Konkrete Kenntnisse vom Roller Derby braucht der- oder diejenige nicht“, erzählt Tanja Becker. „Er oder sie sollte sportlich sein und auf Rollen stehen können“, sagt sie und spricht bewusst auch Inline-Skater an, die sich vorstellen können, auf Rollschuhe umzusteigen.

Ähnliches gilt auch für interessierte Spieler: Bei den Deadly Darlings sind alle eingeladen, den Sport einfach mal auszuprobieren, auch wenn sie bisher noch nicht Rollschuh gelaufen sind. „Wir haben jede Menge Equipment, das gerne ausgeliehen werden kann“, so Becker. Sie selbst ist erst spät zum Roller Derby und zum Skaten gekommen: „Als Kind hatte mir meine Mutter sogar verboten, Rollschuh zu laufen.“ Als sie mit Ende 30 dann durch eine Fernsehserie aufs Roller Derby aufmerksam wurde, war sie so begeistert, dass sie es vor zwei Jahren einfach probiert hat und dabeigeblieben ist. Team-Kollege Lutz Mackenstedt kam zum Roller Derby, weil er „eigentlich nur Rollschuhlaufen lernen“ wollte und weder Rollhockey noch Rollkunstlauf für ihn in Frage kamen. Beide schätzen auch den Fitnessaspekt: „Man kriegt straffe Oberschenkel und einen knackigen Po“, sagt Becker und schmunzelt.

Kurz nach Neujahr lassen sich tatsächlich ein paar Neue blicken: Eva Gößwein und Wiebke Herter sind gerade aus Dresden und Augsburg nach Düsseldorf gezogen und spielten in ihren Heimatorten begeistert Roller Derby. Vielleicht ist das der Neuanfang für die Deadly Darlings, hoffen die Verbliebenen. „Roller Derby ist eine Frauensportart, bei der Männer eher selten sind. Man wird als Frau animiert, im wahrsten Sinne des Wortes mehr Raum einzunehmen“, sagt Gößwein und Herter fügt hinzu: „Das Konzept ist klar gegen jede Art von Diskriminierung. Jeder kann mitmachen und sich ausprobieren.“ Das unterstreichen auch die Deadly Darlings Tanja Becker und Lutz Mackenstedt und laden alle (ab 18 Jahre) ein, ihr kleines Team bei einem Probetraining kennenzulernen.