Standort vom neuen Unterrather Schwimmbad wird diskutiert

Bezirksvetretung : Schwimmbad soll in Unterrath bleiben

Die Bezirksvertretung 6 lehnt die von der Verwaltung vorgeschlagene Verlegung des Unterrather Bades ab. Sie hofft auf einen Neubau an alter Stelle – mit Mehrfachnutzung.

Mehr als 40 Bürger waren am Mittwoch gekommen, um in der Bezirksvertretung 6 die Diskussion zum Standort des Unterrather Bades zu verfolgen. Ein Neubau ist seit 2015 beschlossen. Doch an welchem Standort dies geschehen soll, diskutiert wird der alte Standort an der Mettlacher Straße oder ein Areal am Rande des Großmarktes an der Ulmenstraße, darüber wird gestritten. Nach der Auswertung eines Workshops mit großer Bürgerbeteiligung ist die Verwaltung zu dem Schluss gekommen, dass der neue Standort am Rande des Großmarktgeländes die bessere Lösung sei. Er biete bessere Entwicklungsmöglichkeiten für Unterrath. Eine entsprechende Vorlage wurde bereits der Bezirksvertretung 1 als erstes politisches Gremium vorgestellt. Sie hat dem Neubau an der Ecke Ulmenstraße/An der Piwipp zugestimmt. Die CDU enthielt sich, weil sie nicht dem Votum der eigentlich zuständigen BV6 (das Bauvorhaben liegt auf der Stadtbezirksgrenze) vorgreifen wollte.

Am Mittwoch lehnte die Bezirksvertretung 6 hingegen eine Standortverlegung ab. Bereits im Vorfeld hatten sich die CDU-Ratsfraktion und die CDU und FDP im Bezirk gegen den von der Verwaltung favorisierten Standort ausgesprochen. „Würde der Neubau an die Piwipp wandern, könnten die Unterrather Schulen das Schwimmbad nicht mehr fußläufig erreichen“, sagt Ratsherr Dirk-Peter Sültenfuß (CDU). Karsten Körner (FDP) rechnet vor, dass durch den dann nötigen Einsatz von Bussen jährliche Kosten in Höhe von 65.000 Euro entstehen würden. Insgesamt sei der alte Standort verkehrsgünstiger als der neue. CDU und FDP wünschen zudem, dass mit dem neuen Schwimmbadgebäude ein modernes Stadtteilzentrum für Unterrath entsteht. „Im neuen Gebäude streben wir eine Mehrfachnutzung an. Dort sollen neben dem Hallenbad nach Möglichkeit auch die Bezirksverwaltung, ein Bürgersaal, eine Kita sowie barrierefrei die Stadtteilbücherei und die VHS untergebracht werden“, sagt Sültenfuß. Solch eine Mehrfachnutzung sei in der Verwaltungsvorlage aber nicht erkennbar.

Kritisiert wird von den Politikern zudem, dass die Verwaltung vor der Abstimmung in den politischen Gremien keinen zweiten Workshop mit den Bürgern durchgeführt hat, um die Ergebnisse der ersten Bürgerbeteiligung zu diskutieren. „Das war uns und den Bürgern so versprochen worden.“ Sie wollen deshalb das Verfahren aussetzen, bis solch ein Workshop stattgefunden hat. Denn aus der Bürgerschaft mehrt sich ebenfalls Protest gegen den neuen Standort.

So wurden em Leiter der Bezirksverwaltungsstelle, Ralf Hagelüken, vor der Sitzung 1229 Unterschriften von Bürgern überreicht, die am alten Standort festhalten wollen. „Viele Unterrather befürchten, dass die Verlagerung des Schwimmbades mit einer deutlichen Schwächung des noch intakten Stadtteilzentrums einhergeht“, heißt es in dem Text der Petition. Die Linke schloss sich der Argumentation von CDU und FDP an. Die SPD hingegen würde eine Standort-Verlagerung bevorzugen. „Ohne Schwimmbad ist am alten Standort mehr Platz für neue Entwicklungen und eine Belebung“, sagt Peter Rasp, Fraktionsvorsitzender der SPD. Er stellte aber diplomatisch klar: „Wir wollen alle das Beste für den Stadtteil, haben nur unterschiedliche Ansichten.“ Und auch Gerald Helmke (Grüne) rief zu mehr Mut für neue Entwicklungen auf. „Auch wenn ich gut die anderen Argumente nachvollziehen kann.“

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