Friedhöfe in Düsseldorf Bekommt Unterrath ein Außenkolumbarium?

Düsseldorf · Die Politik möchte mit dem Angebot auf eine veränderte Bestattungskultur reagieren. Nur über die Frage der Finanzierung einer solchen Anlage herrscht noch Unklarheit.

 In Itter ist in der Friedhofskapelle das Kolumbarium eingerichtet worden. Für Unterrath wird ein Außenkolumbarium in Wänden gewünscht.

In Itter ist in der Friedhofskapelle das Kolumbarium eingerichtet worden. Für Unterrath wird ein Außenkolumbarium in Wänden gewünscht.

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Im Laufe der Jahre hat sich die Art der Bestattung geändert, weg von den Sargbestattungen und hin zu Urnenbestattungen oder anonymen Bestattungen. Die Bezirksvertretung 6 möchte dafür die entsprechenden Voraussetzungen schaffen und ist deshalb im November einstimmig einem Antrag der SPD gefolgt, mit dem die Verwaltung gebeten wird, zu prüfen, ob auf dem Unterrather Friedhof ein Außenkolumbarium errichtet werden kann.

Bei einem Kolumbarium handelt es sich in der Regel um eine oberirdische Grabstätte mit Grabkammern, in denen Urnen beigesetzt werden. Dabei kann es sich um ein Gebäude, aber auch nur um eine einfache Wand oder Mauer handeln. Die Kosten für eine Beisetzung fallen dort normalerweise geringer als bei anderen Bestattungsarten aus. „Der Friedhof Unterrath ist geprägt durch klassische Grabangebote. Aufgrund des veränderten Bestattungsverhaltens sind allerdings vermehrt kleinteilige, nicht mehr für Sargbestattungen genutzte Flächen vorhanden, die für die Errichtung eines Kolumbariums genutzt werden könnten“, teilt das Garten-, Friedhofs- und Forstamt den Bezirkspolitikern mit.

Zur gestalterisch optimalen Einbindung in die Umgebung müssten jedoch bei der weiteren Planung eher kleinere Elemente berücksichtigt werden. „Für eine Realisierung dieser zusätzlichen Maßnahme stehen der Verwaltung keine Mittel zur Verfügung. Grundsätzlich werden die Investitionen über die Friedhofsgebühren refinanziert“, teilt die Verwaltung aber noch mit.

Diese Aussage sorgt für Verwirrung bei den Politikern, die weiterhin ein Interesse an der Realisierung eines Kolumbariums haben. „Wir wollen nun von der Verwaltung erfahren, wo Mittel herkommen können, um so etwas zu finanzieren, damit wir einen entsprechenden interfraktionellen Antrag formulieren können“, sagt Oliver Schnieders (CDU).

Das Kolumbarium in Unterrath wäre nicht das erste Kolumbarium, das von der Stadt errichtete würde. Im Rahmen eines Pilotprojektes hatte das Amt für Gebäudemanagement zusammen mit dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt jüngst erst ein Kolumbarium in der alten Kapelle des Friedhofs Itter eingerichtet. „Die große Nachfrage bestätigt, dass diese Art der Beisetzung eine wichtige Ergänzung des bestehenden Bestattungsangebotes darstellt“, teilt die Stadt mit. Sie hat deshalb schon weitere Standorte zur Errichtung von Kolumbarien analysiert und dafür die Kapelle am Südfriedhof ins Auge gefasst. Dort sollen 330 Urnenkammern entstehen.

Der Bauausschuss hat am 22. August die vorläufigen Gesamtkosten von rund 630.000 Euro bewilligt. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2024 vorgesehen.