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Düsseldorf-Unterrath: Eine wilde Jungs-Klasse trifft sich nach 65 Jahren wieder

Unterrath/Derendorf : Eine wilde Jungs-Klasse trifft sich nach 65 Jahren wieder

In unregelmäßigen Abständen organisiert der frühere Klassensprecher Werner Wehnes die Treffen. 1955 haben die Senioren ihren Abschluss gemacht.

Da staunte so mancher nicht schlecht, was aus seinem Banknachbarn geworden ist. Auch wenn es nicht das erste Treffen des Abschlussjahrgangs 1955 war. Vor 65 Jahren waren die Klassen an den städtischen Volks- und Realschulen doppelt so groß wie heute. Die ehemalige Derendorfer Realschule Franklinstraße feierte mit 53 Schülern deren erfolgreichen Abschluss. Man spielte Mozart, sagte Gedichte auf, und der Direktor hielt eine feierliche Ansprache. Der Jahrgang 1955, natürlich nur Jungen, ging auseinander in alle Welt, traf sich dann aber immer wieder in Düsseldorf. Am Karnevalssamstag kam man zum 21. Mal zusammen – in einem Restaurant in Unterrath. Warum gerade an Karneval? Der ehemalige Klassensprecher Werner Wehnes zuckte mit den Schultern: „Ich wohne zwar in Köln, aber irgendwie ist mir bei der Planung die Besonderheit des Termins durchgegangen.“ Wehnes ist es zu verdanken, dass die inzwischen betagten Herren immer wieder gern zusammenkommen.

Mit der Realschulreife in der Tasche fühlten sich die 16-Jährigen damals als Elite. „Fast alles haben wir unserem damaligen Lehrer Oskar Lutz zu verdanken, der in der Tat sehr streng, ja sogar hart war. Aber immer gerecht und auf unser späteres Wohl bedacht“, erzählte Wehnes, der es beruflich bis zum Direktor eines großen Unternehmens geschafft hat. Er und seine Mitschüler waren sich einig, dass sie in der Franklinstraße eine gute Vorbereitung für ihr weiteres Leben erfuhren.

Ausgerechnet der Wildeste von damals wurde Lehrer, sogar in seinem Sorgenfach Mathematik. Zum diesjährigen Treffen waren 13 Ehemalige angereist. Werner Wehnes: „Inzwischen sind 17 verstorben. Ein weiteres gutes Dutzend ist auf meiner Adressenliste irgendwie verloren gegangen, einer soll nach Kanada ausgewandert sein.“ Den weitesten Weg hatte ein Ehemaliger, der sich nach dem Ruhestand in der Lüneburger Heide niederließ. In früheren Jahren kamen auch Ehemalige aus Portugal und sogar von den Kanaren zum Klassentreffen in ihre Heimatstadt. Die lang geübte Tradition soll fortgesetzt werden.