Unterrath: Die Gebrüder Hauk sind Meister der Akrobatik

Unterrath : Die Gebrüder Hauk sind Meister der Akrobatik

Die Unterrather Alexander und Kristijan Hauk trainieren im Leistungszentrum in Holthausen auch für internationale Wettkämpfe.

Der zehnjährige Kristijan macht einen Handstand auf dem Kopf seines großen Bruders - mit nur einer Hand. Während Alexander gerade steht und ein wenig mit dem Kopf balanciert, wackelt der Jüngere überhaupt nicht. Kerzengrade steht er kopfüber auf seinem Bruder. Das sieht so einfach und leicht aus. Allerdings stecken hinter dieser perfekten Körperbeherrschung mehrere Jahre intensives Training.

Alexander (17) und Kristijan (10) Hauk haben einen besonderen Sport für sich entdeckt: Sportakrobatik. Alexander ist jetzt das vierte Jahr dabei, sein jüngerer Bruder sogar das fünfte. Beide trainieren im Leistungszentrum Sport-Akrobatik Düsseldorf (LZSA) in Holthausen und das, obwohl sie in Rath wohnen und mit der Straßenbahn hin und zurück rund 80 Minuten brauchen.

Bei den Deutschen Meisterschaften für Sportakrobatik im sächsischen Riesa haben sie in der Altersklasse der Junioren den zweiten Platz belegt. Der Lohn für harte Arbeit. Für den Wettkampf trainierten die Brüder zwei Mal täglich, morgens und abends jeweils zwei Stunden - immer zu einem bunten Mix von Musik. "Wir müssen uns schließlich zu jeder Art von Musik gut bewegen können", meint Alexander, sein Bruder pflichtet ihm bei und lacht.

Alexander kommt jetzt in die elfte Klasse der Heinrich-Heine-Gesamtschule in Mörsenbroich, hält seinen Durchschnitt von 2,0 und trainiert weiterhin mindestens vier Mal pro Woche.

"Überraschenderweise bekomme ich das alles sehr gut hin. Früher war ich total schlecht in der Schule. Jetzt, wo ich so viel mit der Sportakrobatik um die Ohren habe, werde ich aber besser", erzählt Alexander und lacht dabei. "Eine Freundin habe ich jetzt auch noch, zu stressig wird es mir aber trotzdem nie."

Während andere in seinem Alter Fußball und Tennis spielen oder ins Fitnessstudio gehen, übt Alexander mit seinem Bruder Choreographien für nationale Meisterschaften und internationale Wettkämpfe ein. "Was andere in zwei bis drei Jahren schaffen, kriegen wir in acht Monaten hin", sagt Alexander und sein kleiner Bruder Kristijan nickt zur Bestätigung.

Ihre Kür besteht aus zwei wesentlichen Elementen: "Zum einen gibt es die Tempokombination; da waren wir zum Beispiel bei den Meisterschaften Erster. Dazu kommt dann noch die Balance-Kombination, da haben wir in Sachsen den dritten Platz gemacht." Die Punkte aus beiden Übungen werden dann zusammengezählt. "Bei unserem letzten Wettkampf haben wir dann Silber geholt."

Große Unterstützung bekämen sie von allen Seiten, erklärt Alexander. "Viele ältere Sportakrobatiker geben uns zum Beispiel Tipps, was wir noch verbessern können." Ohne Trainer Valerij Koch und Choreographin Natalya Platt bekämen sie das alles aber überhaupt nicht hin, sagt Alexander.

Ob er sich für die Zukunft eine Karriere als Profisportler für Sportakrobatik vorstellen könne? "Ich weiß es noch nicht", gesteht Alexander. "Im Moment mache ich aber hier im Sportzentrum eine Ausbildung zum Gruppenhelfer, um den jüngeren Sportakrobaten zur Seite stehen zu können."

Die Bewegungen und Übungen, die Alexander und sein Bruder vorführen, sind zirkusreif. "Wir müssen eine absolute Körperspannung und Balance haben", erklärt Alexander. Auch wenn die Sportakrobatik keine Olympiadisziplin sei, gehöre sie doch - was Disziplin angeht - zu den anspruchsvollsten Sportarten. Dementsprechend leicht fällt es den Brüdern inzwischen, Bewegungen umzusetzen, die für andere unmögliche sind.

Akrobatik zeigt Kristijan aus dem Stegreif. Er rennt durch die Halle und macht - mal eben so - ein paar Salti und Flickflacks. "Das harte Training zahlt sich eben aus", meint Alexander Hauk und grinst.

(RP)
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