Unterrath : Der Oberst steigt vom Pferd

Nach 17 Jahren führt Willfried Nussbaum beim Unterrather Schützenfest in diesem Jahr zum letzten Mal das Regiment. Den Schützen will er aber erhalten bleiben.

"Majestäten, das Regiment ist zur Parade angetreten." Bei diesem Satz dürfte Willfried Nussbaums Herz gestern ein wenig schneller geschlagen haben. Seit 17 Jahren ist er Oberst der Unterrather Schützen, gewissermaßen also oberster Chef im Außendienst. Doch mit 72 Jahren muss er nach diesem Schützenfest abtreten, so will es die Satzung. Und so machte er gestern vor dem Regimentskönigspaar Wolfgang und Reinhild Ohlberg das letzte Mal Meldung zur Parade. "Es war ein bewegender Moment, viel Wehmut war dabei und ein paar Tränchen sind auch gekommen", gab Nussbaum zu. "Noch mehr kommt das wahrscheinlich dann am Dienstag, wenn ich den Befehl zum letzten Großen Zapfenstreich gebe", sagte der 72-Jährige.

Kurze Zeit später konnte er aber schon wieder lachen, als - ganz unüblich - hoch zu Ross auf seinen Abschied angestoßen wurde und tosender Applaus aufbrandete. Anschließend ging es für die Unterrather Schützen, die wie so oft großes Glück mit dem Wetter hatten, Richtung Schützenzelt.

Willfried Nussbaum begann schon 1981 seine Laufbahn bei den Unterrather Schützen als Major in der Gesellschaft der Hubertus-Jäger. Das Problem: Nussbaum konnte anfangs gar nicht reiten. Kurzerhand nahm er also Stunden. "Heruntergefallen bin ich nie, aber anfangs hatte ich ganz schön Muskelkater", erzählt er. Heute macht ihm das Reiten richtig Spaß, zehn bis zwölf Reitstunden pro Jahr muss er dem Verein nachweisen.

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Nach dem Ausbau der Reitkünste stand im Jahr 2000 auch der Wahl zum Oberst des Regiments nichts mehr im Weg. Mit ihm rückte sein Freund und Adjutant Franz Joseph Schulten auf, der immer aus Frankfurt anreiste, wenn Veranstaltungen der Schützen anstanden. Für seinen Nachfolger, der noch gewählt werden muss, hat Nussbaum nur einen Tipp: "Er soll seinen eigenen Part machen und nicht nur darauf schauen, was ich gemacht habe. Veränderungen sind immer gut."

Den Schützen wird Nussbaum erhalten bleiben, wenn auch nicht mehr in seiner Funktion als Oberst. Schließlich ist er schon seit seiner Jugend mit Leib und Seele dabei. "Wir sind keine Sauf- und Raufbolde, wie viele immer noch glauben. Schützen übernehmen eine ganze Reihe von sozialen Aufgaben für Jung und Alt. Wir pflegen eine tolle Kameradschaft, die immer auch mit Hilfsbereitschaft verbunden ist."

(RP)