Unterrath: Auf der Reide wird für ein Jahr zur Baustelle

Unterrath: Auf der Reide wird für ein Jahr zur Baustelle

Bei einem Infoabend gab der Stadtentwässerungsbetrieb Auskunft über die 1,88 Millionen Euro teure Baumaßnahme in Unterrath.

Es ist das Horrorszenario eines jeden Grundstücksbesitzers: Monatelange Bauarbeiten und Tausende Euro Kosten. Für die Anwohner der Straße Auf der Reide der Häuser 22 bis 84 wird dieses Szenario nun wahr. Bei einer Infoveranstaltung gaben der Stadtentwässerungsbetrieb und die Netzgesellschaft Auskunft über die notwendigen Kanalerneuerungsmaßnahmen. Bereits in zwei Wochen rollen die Bagger an der Straße an. Starke bauliche Schäden an den Regen- und Schmutzwasserkanälen, die aus dem Jahre 1930 stammen, hätten eine unverzügliche Erneuerung unumgänglich gemacht, erklärt Ralph Maass, der zuständige Projektleiter. Bis Juli sollen zunächst provisorische Versorgungsleitungen für Wasser und Gas auf beiden Seiten im Gehwehbereich verlegt werden. Ab August werden erst die eigentlichen Arbeiten an den Regen- und Schmutzwasserkanälen durchgeführt.

"Die Straße ist leider so eng, dass ein Vorbeiführen der Autos an der Baugrube nicht möglich ist", erläutert Maass die Vollsperrung. Um Anwohnern überhaupt einen Zugang zu ihrem Grundstück zu ermöglichen, wird die Maßnahme in zehn Bauabschnitte á 50 Meter eingeteilt. Bis zum jeweiligen Bauabschnitt bleibt die Straße dann sowohl vom Norden als auch vom Süden für Anlieger mit dem Auto erreichbar. Dennoch ärgerlich für die Anwohner ist es, wenn der mehrwöchige Bau vor dem eigenen Grundstück erfolgt: Um dann aus einer Richtung an das Grundstück zu fahren, muss eine kilometerlange Umleitung gefahren werden. Unmut gab es nicht nur über die Umleitung und die neuen Abfallsammelstationen, zu dessen 14 Großbehältern während der Baumaßnahmen der Müll gebracht werden muss. Auch hinsichtlich eines Zugangs für die Feuerwehr wurden Bedenken laut. "Die Feuerwehr wird von der Baufirma laufend über den aktuellen Bauabschnitt informiert", kann Maass beruhigen. Und auch als der Projektleiter den Bürgern die ungefähren Gesamtkosten nennt, wird viel Kritik laut. Etwa 1,88 Millionen Euro sei zusammen mit dem bereits vor einigen Jahren erneuerten ersten Abschnitt veranschlagt. Die Summe, die nicht vom Gebührenhaushalt gedeckt sei, betrage etwa 300.000 Euro - das ergibt rund satte 2000 Euro pro Grundstückeigentümer. Beendet wird der Tiefbau erst im Februar 2019. Anschließend muss die Straße wiederhergestellt werden.

(RP)