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Düsseldorf: So gut wie sicher: Polizei zieht um

Düsseldorf : So gut wie sicher: Polizei zieht um

Wenn das Innenministerium ins frühere Portigon-Gebäude gezogen ist, kann die Polizei das Gebäude übernehmen. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb hat keine Einwände gegen die Zwischennutzung während des Präsidiums-Umbaus.

Am Jürgensplatz soll es nun endlich losgehen: Mit mehr als einjähriger Verspätung werden heute die Baucontainer aufgestellt. Im Juni werde mit dem Bau der Erweiterung des Polizeipräsidiums begonnen, teilte die Sprecherin des Bau- und Liegenschaftsbetriebs des Landes (BLB) mit, der im Januar einen Rechtsstreit um die Ausschreibungsmodalitäten gegen einen Unternehmer gewonnen hatte.

Gleich mehrere Dinge haben sich in der dadurch verursachten Zwangspause aber grundlegend geändert. Nun wird nicht, wie ursprünglich geplant, mit der Tiefgarage begonnen, sondern mit dem Neubau. Danach wird das denkmalgeschützte Präsidium instandgesetzt und die Garage für Einsatzfahrzeuge und Mitarbeiter erst zuletzt in Angriff genommen. Sie soll Ende 2020 fertig sein - vier Jahre später, als die Fertigstellung des Gesamtprojekts geplant war.

2016 sollen die Polizeibeamten aber nun trotzdem in neue Räume ziehen: Die BLB-Sprecherin bestätigte Informationen unserer Zeitung, wonach das bald frei werdende Innenministerium während der Bauzeit genutzt werden könne. Eine Prüfung hat die Zwischennutzung, für die sich zuletzt neben dem Polizeipräsidenten auch Stadt- und Landespolitiker eingesetzt hatten, demnach als machbar eingestuft. Der Verwaltungsrat des Landesbetriebs könnte schon in seiner nächsten Sitzung entscheiden.

Der Umzug des Ministeriums an den Kirchplatz soll im Sommer abgeschlossen sein. Die Polizei könne das Gebäude an der Haroldstraße spätestens ab Oktober 2016 nutzen. Bis dahin blieben die Bürocontainer, in die einige Dienststellen der Polizei bereits ausgelagert sind, ohnehin auf dem Jürgensplatz stehen, sagte die BLB-Sprecherin. Im Herbst des kommenden Jahres soll auch der Neubau des Präsidiums bereits genutzt werden können.

Stefan Engstfeld, Düsseldorfer Landtagsabgeordneter und Vize-Fraktionschef der Grünen, erklärte: "Uns als Politik war wichtig, dass die Mitarbeiter den Umzug mittragen und dies finanziell darstellbar bleibt." Auch Ratsherr Martin Volkenrath (SPD), der dem städtischen Polizeibeirat vorsitzt, hatte für die Zwischenlösung plädiert. Er sehe aber keinen Grund, warum das Ausweichquartier erst 2016 genutzt werden solle, sagte er.

Was mit dem asbestbelasteten Gebäude geschieht, wenn die Polizei wieder auszieht, ist noch offen. Abriss oder Sanierung stehen zur Debatte. Durch die Interimslösung gewinne laut man Engstfeld Zeit, um die sinnvollste Lösung für das Areal zu erarbeiten. So bestehe etwa die Möglichkeit, andere Ministerien und die Staatskanzlei dort anzusiedeln und so dem lange geplanten Regierungsviertel ein Stück näher zu kommen.

(RP)