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Pfarrer Pater Krogull führt beim Joggen Seelsorge-Gespräche

Kirchen in Düsseldorf : Die sportlichste Seelsorge in Düsseldorf

Pfarrer Peter Krogull führt einmal im Monat bei einem Lauftreff Gespräche über „Gott und die Welt“ und hält damit Seele und Körper fit.

Läufer kennen das: Manchmal erleben sie einen euphorischen, schmerzfreien Mental- und Körperzustand, der einen die körperlichen Anstrengungen vergessen lässt. Man hat das Gefühl immer weiter laufen zu können, man meint zu schweben. Auf Neudeutsch wird dieses Phänomen „Runners High“ genannt. Gedanken fließen, der Kopf wird frei. Dafür muss man allerdings einige Vorarbeit geleistet haben. Das „Läuferhoch“ tritt erst dann auf, wenn die Belastungsintensität ungefähr 80 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme beträgt.

Peter Krogull hat einen anderen Ansatz, beim Joggen den Gedanken freien Lauf zu lassen. Er ist evangelischer Pfarrer und bietet unter dem Motto „Mach’ deiner Seele Beine!“ Seelsorge-Gespräche während eines Lauftreffs an. „Wenn man gemeinsam in die gleiche Richtung schaut, dabei Körper und Geist in Bewegung versetzt, ist das auch eine Form der Spiritualität, Dinge anzupacken, zu durchdenken“, meint Krogull. „Gemeinsam unterwegs zu sein, passt zur Seelsorge. Und wir verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen.“ Krogull schlägt mit seinem Angebot zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Körper wird fit und man kann sich den Alltags­ärger von der Seele quatschen, fast eine Gesprächstherapie. „Therapie ist zu viel gesagt. Wir reden einfach über alles, was Menschen bewegt, also über Gott und die Welt, ohne dass Gott immer ein Thema ist“, stellt Krogull klar. „Wir haben bereits über Probleme beim Jobwechsel oder in der Familie gesprochen. Es ist aber auch ein Erfahrungsaustausch mit ehrenamtlichen Seelsorgern.“

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Groß sind die offenen Laufgruppen namens „Soulsearcher“ nicht. Maximal fünf Jogger nehmen die vier bis 15 Kilometer langen Strecken in Angriff. Es soll ja die Chance bestehen, dass sich jeder mit Krogull unterhalten kann. Wegen der Corona-Schutzverordnung hat der Pfarrer die Teilnehmerzahl aber zurzeit auf eine Person limitiert.

Dafür hatte sich zuletzt Manuela Dohle angemeldet. Sie ist als Ehrenamtlerin in der Seelsorge am Flughafen tätig. „Als Ausgangspunkt hat man die gemeinsame Ebene Laufen. Darüber kommt man ungezwungen auf das zu sprechen, was einen wirklich bewegt“, erläutert Dohle. „Ich nutze den Lauf auch, um Organisatorisches zu besprechen.“ So war ein Thema während ihres jüngsten gemeinsamen Joggings mit Pfarrer Krogull, was man so alles machen kann, um dem „Blessed Gérard‘s Zentrum“ im südafrikanischen Mandeni im Kampf gegen Corona zu helfen.

Für Krogull ist Laufen auch eine Erinnerung an seine jüngeren Jahre, da war er nämlich Leistungssportler beim ASV Duisburg und startete bei Wettkämpfen über zehn Kilometer und die Marathondistanz. Solche Voraussetzungen muss aber niemand mitbringen, um bei „Mach’ deiner Seele Beine“ mitlaufen zu können. „Wir haben keinen Zeitdruck, keinen Stress und keine festgelegt Strecke. Ich orientiere mich bei der Laufgeschwindigkeit immer am Langsamsten. Aber eine gewisse Grundfitness sollte schon vorhanden sein“, meint Krogull. Er freut sich immer auf den Lauftreff, weil „auch ich aus jedem Gespräch etwas für meine Seele mitnehme“.

Wer am 9. Juni mitlaufen möchte, muss sich per Mail unter seelsorgefortbildung@evdus.de anmelden. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr vor dem Fernsehturm, Stromstraße 20.