Menschenmassen strömen ins Lorettoviertel zum Spring Opening 2019

Lorettofest in Unterbilk : Menschenmassen strömen ins Lorettoviertel

Geöffnete Shops und Galerien, Livemusik und ein lauer Frühlingsabend lockten tausende Besucher zum „Spring Opening“ ins Lorettoviertel.

Der Mitarbeiter des Supermarktes an der Lorettotstraße kann einem eigentlich nur leidtun: Unermüdlich weist er am Eingang die in Scharen hereinströmenden Kunden zurück. „Ich darf niemanden mehr hineinlassen“, wiederholt er verzweifelt. Ein Blick ins Innere des Discounters verrät warum: Im Kassenbereich haben sich meterlange Schlangen gebildet, es gibt kein Vorankommen mehr. Auf den großen Straßen im Viertel sieht es kaum anders aus. Die Menschen schieben, quetschen sich aneinander vorbei, die kleinen inhabergeführten, hübsch dekorierten Geschäfte platzen aus allen Nähten. Davor verkaufen Kinder an „Candy points“ Süßigkeiten – Nervennahrung, die viele gut gebrauchen können. Auch Elke Knauer-Wagner. Es ist ihre mittlerweile vierte Stadtteilführung an diesem Abend, einen „Streifzug für Genießer, Feinschmecker und Neugierige“ nennt sie ihr Angebot. „Entschuldigt, wenn ich nicht mehr ganz so laut sprechen kann“, versucht sie, auf einer Bank stehend, gegen den Menschenmassenlärm anzurufen, um so alle der rund 60 Teilnehmer erreichen zu können, „aber ich bin total heiser.“ Die große Gruppe zwängt sich vorbei an tanzenden und feiernden, aber auch pöbelnden und stark betrunkenen Besuchern. Einige trinken Champagner aus Gläsern, andere Bier aus Flaschen, viele Scherben liegen herum. „Normalerweise ist das hier ein Viertel mit gehobenem Ambiente, Pöbeln und Prollen sieht man hier sonst eher nicht“, sagt sie und biegt in die Neusser Straße ein.

„An Tagen wie diesen“ in Akkustikversion schallt laut zwischen den hohen Häuserfassaden hin und her. „Enrico Palazzo & Friends“ präsentieren in der Kronenschmiede ein „kleines Wohnzimmerkonzert“ am offenen Schaufenster. Einige Straßen weiter, in der alten Liesegangfabrik, können die Teilnehmer in dem kleinen Atelier von Babette Beckmann handgefertigte Taschen bewundern, bei „Taste Greece“ gibt es griechische Spezialitäten, es duftet nach Fleischspießen und Bratwurst. Dort ist die Stimmung entspannt, griechischer Wein fließt. Ein junger Mann entdeckt das Schild von Elke Knauer-Wagner mit der Aufschrift „City Tour“. „Dürfen Kölner auch mitkommen?“ fragt er grinsend. Die Tourführerin lacht. „Können? Ihr müsst!“

Mehr von RP ONLINE