Unterbilk: Fritten Piet expandiert

Unterbilk: Fritten Piet expandiert

Güngör Kavkaci ist gelernter Restaurantfachmann. Er arbeitete im Interconti und leitete das Fischhaus. Geträumt hat der 54-Jährige aber immer von Pommes. Vor drei Jahren eröffnete er Fritten Piet, jetzt wird das Unternehmen vergrößert.

Triefen dürfen die Pommes nicht, wenn sie schmecken sollen. Sie müssen innen fluffig sein, außen knusprig und gold-gelb glänzen. "Das Fett ist uns heilig", sagt Güngör Kavkaci, der sich im Juni 2013 selbstständig machte. An der Grafenberger Allee eröffnete der heute 54-Jährige den Imbiss Fritten Piet, im Januar 2014 kam bereits das zweite Geschäft dazu. "Wir hatten Glück, dass ein Ladenlokal in der Altstadt frei wurde", sagt Kavkaci. Fritz & Friends schloss an der Hunsrückenstraße 41, Kavkaci zog ein. Jetzt, fast drei Jahre später, wird es noch einen Fritten Piet in Düsseldorf geben, am Kirchplatz, in einem grünen Pavillon an der Ecke Elisabethstraße/Fürstenwall.

Immer wenn die Türen wegen der Renovierung offen standen in den letzten Tagen und die Passanten das Fritten-Piet-Logo entdeckten, wurde Güngör Kavkaci angesprochen. "Viele freuen sich, dass wir nach Unterbilk kommen", sagt er. Vor allem die Schüler des Albrecht-Dürer-Berufskollegs. Die kleine Pommes kostet bei Fritten Piet zwei Euro, die XXL-Portion 2,60 Euro. Während in der Altstadt der Schwerpunkt auf Frikandeln und Currywurt liegt, will Kavkaci am Kirchplatz vor allem mit Burgern punkten. Und natürlich mit seinen Pommes. Sogar Fritten aus Süßkartoffeln stehen auf der Speisekarte, "die sind ja gerade voll im Trend", sagt er. Wenn die am Kirchplatz gut angenommen werden, soll es die Süßkartoffel-Variante irgendwann auch an der Hunsrückenstraße geben. An einem guten Tag verkauft Güngör Kavkaci 300 bis 400 Kilo Pommes. Das entspricht etwa 1000 Portionen.

Wenn alles gut geht, ist die Filiale am Kirchplatz nur der Anfang eines großen Fritten-Imperiums. Der 54-Jährige will aus Fritten Piet ein Franchise-Unternehmen machen. Die Verträge seien soweit vorbereitet, Kavkaci hat extra einen Juristen eingestellt. "Ich kenne mich damit überhaupt nicht aus." Über die Landesgrenzen hinaus will der Unternehmer aber nicht expandieren, die Lieferanten kämen aus Deutschland, die Läden und Produkte sollen vom Original nicht abweichen. "Und wir wollen den Qualitätsstandard halten", erklärt der gelernte Restaurantfachmann.

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Interessenten jedenfalls gäbe es schon, neulich erst wollte ihm jemand den Imbiss in der Altstadt abkaufen. Spruchreif ist bisher noch nichts. "Aber ich hoffe, dass wir drei bis vier Franchise-Unternehmer pro Jahr finden", sagt der 54-Jährige. Seinen ersten Laden an der Graf-Adolf-Straße hat Kavkaci übrigens schon untervermietet, an einen ehemaligen Mitarbeiter und Freund, der Fritten Piet nach den Wünschen des Gründers weiterführt.

Dass Güngör Kavkaci einmal ins Imbiss-Geschäft gehen würde, hätte bei seinem Lebenslauf vermutlich niemand gedacht. "Aber ich hatte schon immer eine Leidenschaft für gute Pommes", sagt Kavkaci. Anfang der 80er Jahre machte er seine Ausbildung im Interconti, später leitete er viele Jahre das Fischhaus. Den Traum vom Imbiss hatte Kavkaci damals schon. Sein Bruder Taner, der in der Türkei lebt und arbeitet, unterstützte ihn dabei finanziell. "Das macht er auch heute noch", sagt Kavkaci, der inzwischen auch seinen Sohn Patrick in das Familienunternehmen geholt hat. Zehn Mitarbeiter beschäftigt der Gastronom, "im Sommer werden es sicher noch ein paar mehr werden". Weil am Kirchplatz dann viel Platz ist auf der Terrasse, die Kavkaci unbedingt nutzen will.

(RP)
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