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Düsseldorf: EVK: Modernisierung für 40 Millionen

Düsseldorf : EVK: Modernisierung für 40 Millionen

Bei laufendem Betrieb erhält das Krankenhaus einen Anbau, in dem unter anderem die Notfallpraxis und die Radiologie einziehen. Fertigstellung soll Anfang 2016 sein. Patienten und Anwohner müssen Beeinträchtigungen in Kauf nehmen.

Ein riesiger Schuttberg und daneben eine tiefe Baugrube: Am Evangelischen Krankenhaus sind die Arbeiten am Neubau unübersehbar in vollem Gange. Für 40 Millionen Euro errichtet das EVK an der Florastraße einen sechsgeschossigen Neubau. Grundsteinlegung war im Mai 2012, mit der Fertigstellung wird für Anfang 2016 gerechnet. Aufgrund von Problemen mit dem Grundwasser ist es zu einer Verzögerung von einigen Wochen gekommen. Grundsätzlich sei man aber im Zeitplan, wie Dagmar Rosenstein von der Presseabteilung erläutert.

Ins Untergeschoss des Erweiterungsgebäudes, das architektonisch einen 2005 errichteten Anbau an der Kronenstraße spiegelt, soll die modernisierte Strahlenabteilung des Hospitals einziehen. Die Radiologie war zuvor im Haupthaus untergebracht. Im Sockelgeschoss wird ein Parkhaus mit 37 Stellplätzen eingerichtet und ins Erdgeschoss ziehen das Medizinische Versorgungszentrum sowie die Zentrale Notfallpraxis, die zuvor an der Kronenstraße angesiedelt war. Im ersten Obergeschoss werden zwei neue Stationen in modernem Standard mit rund 70 Betten eröffnet, wofür entsprechende Abteilungen im Haupthaus geschlossen werden.

Darüber im zweiten Obergeschoss wird eine weitere sogenannte Hotelklinik samt Patienten-Gartenterrasse eröffnet. Eine erste Station im Komfortsegment gibt es bereits im Komplementär-Gebäude an der Kronenstraße. Im dritten Stock haben die Planer vom Architektenbüro Dorn und Overbeck aus Kaarst ein ambulantes OP-Zentrum vorgesehen. Nach Fertigstellung wird der Gesamtkomplex des EVK das achtgeschossige Haupthaus in der Mitte sowie die beiden Spiegelbauten Kronen- und Florastraße (Neubau) zu dessen Seiten umfassen. Die Erweiterung kostet 40 Millionen Euro und wird zum Großteil von der Stiftung des EVK finanziert.

Wie Dagmar Rosenstein berichtet, will die Klinik, die in den 60er Jahren errichtet wurde, mit der Erweiterung auf die gehobenen Anforderungen reagieren, die inzwischen an eine moderne Klinik gestellt werden. Vor allem im Pflegebereich benötige man heute weit mehr Lagerräume, etwa für moderne Therapiegeräte oder auch für Spezialbetten. Darüber hinaus soll auch die IT-Ausrüstung im Zuge des Neubaus aufgerüstet werden. Das alles könne aber nur auf dem bereits vorhandenen Gelände erfolgen, eine räumliche Ausweitung sei nicht möglich. So musste ein Eckhaus an der Kirchfeld-/Florastraße weichen. Dort waren Verwaltung und EDV untergebracht. Nur noch ein Schuttberg zeugt von dem Klinkerbau.

Kritik gab es schon bei Baubeginn von Anwohnern wie auch Mitgliedern der Bezirksvertretung 3, als bekannt wurde, dass für den Neubau sieben Bäume gefällt werden mussten. Diese standen zwar im Straßenraum, wären dem Neubau aber zu nahe gekommen, was ihre Standsicherheit und letztlich auch ihr Überleben in Frage gestellt hätte.

Die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb stellen für Patienten wie Personal eine Belastung dar. Aber auch die Geduld der Anwohner ist wegen der Lärmbelastung und dem schweren Gerät direkt vor der Haustür gefragt. "Wir sind deswegen in ständigem Kontakt mit den Nachbarn und stehen für Gespräche jederzeit bereit", versichert Pressesprecherin Rosenstein.

(RP)