Düsseldorf-Unterbilk: Wo bleibt der Pavillon am Schwanenspiegel?

Freizeit in Düsseldorf : Wo bleibt der Pavillon am Schwanenspiegel?

Erste Ideen gab es schon 2012, fünf Jahre später sogar konkrete Entwürfe. Doch umgesetzt wurden die Pläne bisher nicht. Ein Problem waren damals die Kosten.

Doris Staeck-Duhme hat es nicht weit zum kleinen Park an der Kunstsammlung. Sie wohnt in Oberkassel, arbeitet an der Friedrichstraße, verbringt bei gutem Wetter gerne die Mittagspause auf den Wegen zwischen Kaiserteich und Schwanenspiegel. Weil es dort still ist, ein bisschen abseits vom Trubel, fast wie eine kleine Oase mitten in der Großstadt. Manchmal aber ist es fast schon zu ruhig dort, „der Park wird sehr stiefmütterlich behandelt“, findet Staeck-Duhme. Ihr Mann Wolfram Duhme kann das nur bestätigen. Der Oberkasseler kann sich noch gut erinnern an die Zeit, als es einen Ruderboot-Verleih gab am Schwanenspiegel, Kaffee und Kuchen. Da sei richtig Leben im Park gewesen. Als er von den Plänen hörte, ein Pavillon am Ufer des Schwanenspiegels zu bauen, war Duhme begeistert. „Aber das sind auch schon wieder zwei Jahre her“, sagt Duhme, der sich nun fragt, warum niemand mehr über den Pavillon spricht.

Einen ersten Wunsch zur Belebung des Parks formulierte Hagen Lippe-Weißenfeld schon 2012: Beim Lichterfest der Kunstsammlung konnten die Besucher mit Ruderbooten über den Kaiserteich fahren – das kam so gut an, dass Lippe-Weißenfeld, der damalige kaufmännische Direktor der Kunstsammlung NRW, sich für eine Wiederbelebung des Bootsverleihs aussprach, den es in den 1970ern schon einmal gegeben hatte. Unterstützung bekam er damals von Thomas Geisel, der als Oberbürgermeisterkandidat auf seiner Wahlkampftour sagte: „Der Park ist nicht in der Art und Weise frequentiert, wie er es verdient hätte.“

2014 wurde darüber diskutiert, ob der umstrittene Info-Pavillon für den Bau des Kö-Bogens als Café und Bootsverleih genutzt werden könnte. Der Pavillon wurde schließlich verschrottet. Drei Jahre später, im Oktober 2017, arbeitete Lippe-Weißenfeld gemeinsam mit dem Architekten Jan Hinnerk Meyer Entwürfe aus für einen Pavillon am Schwanenspiegel. Ein gläserner Kubus mit Holzelementen, lichtdurchflutet durch die Panoramafenster, 100 Quadratmeter groß, trotzdem ein unaufdringliches Design. Zum Wasser hin sollte sich der Pavillon durch einen Steg öffnen. Das kam gut an bei vielen Düsseldorfern, doch weiter verfolgt wurden die Pläne schließlich nicht. Die Finanzierung des Projektes war 2017 das größte Problem – 800.000 Euro sollte er kosten, weitere 70.000 Euro wären für den Steg dazugekommen. Vergessen hat Hagen Lippe-Weißenfeld die Entwürfe nicht, „wir sind nach wie vor an dem Thema dran und aktuell in konstruktiven Gesprächen mit allen Beteiligten“. Mehr will er nicht verraten, dafür sei die Planung noch nicht weit genug.

„Ein Bootsverleih und ein Café würden den Park vitalisieren“, findet CDU-Ratsherr Stefan Wiedon, der aber vor Schnellschüssen warnt. „Das Ganze muss sich natürlich in die Umgebung einfinden, es muss machbar sein und darf kein finanzielles Risiko für die Stadt bedeuten“, so Wiedon, der aber prinzipiell glaubt, dass das Angebot mehr Erholungs- und Aufenthaltsqualität bringen könnte. Der Pavillon soll Teil des Blaugrünen Rings sein, wie der CDU-Ratsherr sagt – ein Projekt der Stadt, um die Kultureinrichtungen zwischen Ehrenhof und Spee’schem Graben miteinander zu verbinden. Wolfgang Duhme schlägt vor, das Ganze zu testen, „mit Containern vielleicht, so wie sie am Stadtstrand stehen“. Das sei nicht so teuer. Und eine Kooperation mit dem Unterbacher See für den Bootsverleih könnte sich der Oberkasseler auch gut vorstellen.

2017 hatte Hagen Lippe-Weißenfeld Entwürfe für einen Pavillon vorgelegt. Foto: Projekt Schmiede GmbH).
Im Ständehaus tagte noch der Landtag, als dieses Bild am Schwanenspiegel entstand. Foto: Stadtarchiv Düsseldorf/Stadtarchiv Düsseldorf/A.Röntgen

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