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Düsseldorf-Unterbilk: Altkleidercontainer bleiben lebensgefährlich

Tödlicher Unfall in Düsseldorf : Altkleidercontainer bleiben lebensgefährlich

Ein Mann hat in Düsseldorf-Unterbilk versucht, in einen Altkleidercontainer zu klettern. Er blieb stecken und starb. Die Awista sieht kaum Möglichkeiten für mehr Sicherheit.

In der Nacht zu Samstag ist ein Mann bei dem Versuch gestorben, Altkleider aus einem Sammelcontainer zu ziehen. „Leider passiert so etwas Tragisches trotz Warnhinweise alle paar Jahre“, sagt ein Sprecher der Awista, die den Container aufgestellt hatte.

Mit Piktogrammen wird davor gewarnt, die Einwurftechnik überwinden zu wollen, um an die Kleiderspenden zu gelangen. Wer es doch versucht, bleibt stecken und ist in Lebensgefahr. Der Kreislauf hält die Kopfüberposition nicht lange aus, dazu kommen aufsteigende Panik und Sauerstoffmangel.

Möglichkeiten, die Altkleidercontainer sicherer zu machen und Unfälle zu verhindern, sieht die Awista kaum. Es werde überlegt, die Sammelboxen neu zu positionieren und sie sichtbarer zu machen. Im September 2016 war schon einmal eine Person in einem Altkleidercontainer in Düsseldorf gestorben. Die Sammelstelle befand sich auf einem Park-and-Ride-Parkplatz an der Koblenzer Straße in Garath – also abgeschieden von Spazierwegen oder Straßen. Damals, wie auch bei dem aktuellen Fall vom Wochenende, geht die Polizei nicht von einem Fremdverschulden aus.

Aber die etwa 500 Awista-Altkleidercontainer auf gut frequentierten Plätzen aufzustellen, wäre mit dem Stadtbild nur schwer zu vereinbaren, so der Awista-Sprecher. Eine tödliche Situation würde dies zudem  kaum vermeiden. Der Container, in dem der Mann am Wochenende starb, steht im dicht besiedelten Unterbilk an der Lippestraße zwischen parkenden Pkw. „Die Unfälle passieren nachts, und wenn das Opfer nicht in wenigen Minuten entdeckt wird, hat es keine Chance, rechtzeitig befreit zu werden und zu  überleben“, sagt der Sprecher.

  • Symbolbild.
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Erwägt wurde demnach auch, in den Containern einen Notfallknopf zu installieren. Aber das würde möglicherweise weitere Personen verleiten, sich an den Spenden zu vergreifen. „Wir können nur an den gesunden Menschenverstand appellieren, nicht in den Container zu klettern“, sagt der Awista-Sprecher.

Gebaut werden die Altkleidercontainer von der Firma Jo-Ba in Bremen. Die Container würden alle vorgeschriebenen Sicherheitsvorschriften erfüllen, betont die Awista.