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Unterbilk/Bilk/Friedrichstadt/Derendorf: Adventskalender für die Nachbarn

Unterbilk/Bilk/Friedrichstadt/Derendorf : Adventskalender für die Nachbarn

Unter dem Motto "Stern über Düsseldorf" gestalten Menschen aus Bilk und Friedrichstadt jeden Abend eine besinnliche halbe Stunde. In Derendorf und Pempelfort laden Anwohner zum Betrachten ihrer geschmücken Fenster ein.

Die beiden christlichen Kirchen in Bilk, Unterbilk und Friedrichstadt setzen auch in diesem Jahr wieder einen Akzent gegen vorweihnachtliche Hektik: Unter dem Motto "Stern über Düsseldorf" geben sie zum achten Mal gemeinsam einen Adventskalender der etwas anderen Art heraus. Die "Geschenke", die sich hinter den Türchen verbergen, sind kleine Veranstaltungshinweise, jeweils 20 bis 30 Minuten Ruhe und Besinnlichkeit an allen möglichen Orten der drei Stadtteile. Die besinnlichen Minuten jeden Abend um 18 Uhr werden nicht nur von evangelischen und katholischen Einrichtungen gestaltet. "Austragungsorte" und Veranstalter sind beispielsweise auch die Bürgerhalle im Landtag, das Polizeipräsidium oder der Tagesaufenthalt "Horizont" für wohnungslose Menschen an der Neusser Straße.

"Der Begriff Advent geht in dieser Gesellschaft immer mehr verloren. Alles spricht nur noch von der Weihnachtszeit", erläutert Pastor Wolfgang Härtel von der Kirche St. Martin, der gemeinsam mit Pastorin Konstanze Meschke von der Friedens-Kirchengemeinde den Kalender zusammengestellt hat. "Dabei meint Advent ja die Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Und das beginnt nach christlicher Vorstellung erst mit dem 25. Dezember." Doch überall werde nur noch von Weihnachten gesprochen, so Härtel: "Der Gipfel war, als jetzt ein Fernsehteam eine Umfrage auf einem Weihnachtsmarkt gemacht hat und von den Leuten wissen wollte, ob sie denn schon in Weihnachtsstimmung seien. Da dreht sich mir wirklich der Magen rum", bringt es der katholische Geistliche mit drastischen Worten auf den Punkt. Dagegen will das geistliche Organisatoren-Duo deutlich machen, worauf es ihm in dieser Zeit ankommt: "Gemeinschaft, Ruhe und Erwartung." Ein Bedürfnis, das offenbar viele Menschen und Einrichtungen in den Stadtteilen teilen, denn erneut gab es keine Probleme, den Kalender mit Terminen zu "füllen".

Wie es sich bei einem richtigen Adventskalender gehört, wird nicht verraten, was sich hinter den einzelnen Türchen verbirgt. "Das wissen wir zum Teil selbst nicht", sagt Pastorin Meschke. Jedenfalls ist die Bandbreite groß: Im EVK heißt es beispielsweise am 4. Dezember "Mein Bild vom Advent". Um "Vertrauen" geht es am 17. Dezember im Polizeipräsidium. Und "Flucht" heißt das Motto am 21. Dezember im Altenzentrum St. Martin an der Wilhelm-Tell-Straße. Auf jeden Fall bietet der Kalender viele Gelegenheiten, auch unbekannte Einrichtungen zu besuchen. Anmelden muss man sich nur für die Veranstaltung im Landtag, die ausnahmsweise auch erst um 19 Uhr beginnt, und zwar unter der Telefonnummer 6000150.

Schon zum sechsten Mal organisiert die evangelischen Kreuz-Kirchengemeinde einen "Lebendigen Adventskalender". Gemeindeglieder schmücken dazu ein Fenster ihrer Wohnung oder Hauses. Ab Sonntag bis Montag, 23. Dezember, versammeln sich Familien mit Kindern, Senioren und andere Menschen aus dem Stadtteil täglich jeweils um 18 Uhr vor einem dieser Fenster. Es wird gesungen und gemeinsam gebetet.

(RP)