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Unterbilk: Abschied von Pfarrer Martin Tischler

Unterbilk : Abschied von Pfarrer Martin Tischler

Nach 34 Jahren als Pastor der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde wechselt Tischler in den Ruhestand. Sonntag wird er von Superintendentin Henrike Tetz in einem Gottesdienst ab 15 Uhr in der Friedenskirche verabschiedet.

34 Jahre war Martin Tischler Pfarrer in der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde. Am Sonntag, 1. Dezember, werden er und seine Frau Christiane in einem Gottesdienst mit Superintendentin Henrike Tetz in der Friedenskirche, Florastraße 55, in den Ruhestand verabschiedet. Der Gottesdienst beginnt um 15 Uhr.

Martin Tischler wurde 1948 in Halle an der Saale geboren. Während seiner Schulzeit in Düsseldorf und auch während seines Theologiestudiums in Wuppertal und Tübingen nahm er regelmäßig als Betreuer und später auch als Leiter an Jugendfreizeiten der Diakonie teil. "Durch die Jugendfreizeiten habe ich einen Zugang zur Kirche gefunden. Der Zugang zum Glauben war für mich die Lektüre von und intensive Auseinandersetzung mit Texten Martin Luthers", sagt Tischler.

Im April 1979 begann Martin Tischler seinen Dienst als Pfarrer zur Anstellung in der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde. Sein Arbeitsschwerpunkt lag im Bezirk an der Immanuelkirche an der Pionierstraße, wo er seit Januar 1980 als Gemeindepfarrer tätig war.

Sein erster Gedanke, als er die Immanuelkirche sah, war, dass sie auch ein wunderbarer Ausstellungsraum sein könnte. So fanden in den 1980er-Jahren zahlreiche Ausstellungseröffnungen mit Künstlern aus Düsseldorf und der näheren Umgebung in der Immanuelkirche statt, immer eingebunden in Gottesdienste, Andachten und Vortragsreihen. In den Anfangsjahren seiner Pfarrertätigkeit an der Immanuelkirche hat Tischler viel Aufbauarbeit geleistet. Neben einer Männergruppe und einem Handarbeitskreis rief er zum Beispiel eine Schauspielgruppe aus der Elternschaft des benachbarten Kindergartens ins Leben. Hausbesuche liegen Martin Tischler bis heute sehr am Herzen. Ende der 1990er-Jahre hat er in einem Jahr einmal alle Gemeindeglieder mit einer Rose in der Hand besucht, 3000 Menschen persönlich kennengelernt. "Das war eine tolle Zeit. Ich habe viel über meinen Stadtteil und die Menschen erfahren. Lebten früher viele Senioren in Friedrichstadt, sind hier heute verstärkt Singles zuhause", sagt Tischler, der 1980 einen Besuchsdienstkreis in seiner Gemeinde aufbaute.

Ganz wichtig ist dem 65-Jährigen auch die Ökumene. In den ersten Berufsjahren begleitete er die griechisch-orthodoxe Kirche bei ihrer Suche nach einem eigenen Zentrum in Düsseldorf. Später dann galt seine Zuwendung verstärkt den Ostflüchtlingen, den Russlanddeutschen, die in Häusern im Bezirk rund um die Immanuelkirche lebten und deren Kinder in großer Zahl den Konfirmandenunterricht besuchten. Heute sind viele Muslime in Friedrichstadt zuhause. 80 Prozent muslimische Kinder besuchen die Kindertagesstätte an der Immanuelkirche. Ab dem Jahr 2004 hatte Martin Tischler den Vorsitz des Gesamtverbandes der evangelischen Kirchengemeinden Düsseldorfs bis 2010 inne. Damals wurde der Verband in der Folge der Neugründung des einen Düsseldorfer Kirchenkreises aufgelöst. "Trotz meines Fulltime-Jobs in der kirchlichen Verwaltung bin ich nie ganz aus der Gemeinde gegangen", sagt Tischler.

Christiane Tischler hat Deutsch und Geschichte studiert und später noch zusätzlich eine Ausbildung zur Prädikantin absolviert. Mit der Ordination bekam sie das Amt der Verkündigung übertragen und hielt danach mehr als zehn Jahre lang regelmäßig Gottesdienste in der Immanuelkirche. Das Paar hat zwei erwachsene Söhne, Nikolai und Alexander.

(RP)