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Unterbach: Unterbacher fordern bessere Anbindung

Unterbach : Unterbacher fordern bessere Anbindung

Sowohl in die Innenstadt als auch nach Hilden ist der Öffentliche Nahverkehr "eine mittelprächtige Katastrophe".

Bei der 26. Auflage des OB-Dialogs überzeugte sich Oberbürgermeister Thomas Geisel in Unterbach nicht nur von den idyllischen Orten wie dem Breidenplatz, sondern bekam vor allem bei der Anbindung des Stadtteils an die öffentlichen Verkehrsmittel deutliche Kritik von den rund 100 Unterbachern zu hören, die sich in der Wichernschule über "katastrophale Zustände" beschwerten.

"Ich bin heute das erste Mal nicht mit dem ÖPNV zum OB-Dialog gekommen. Das hätte sehr lange gedauert", brachte Geisel direkt zu Beginn das Thema auf den Punkt. Neben fehlenden Verbindungen aus der Innenstadt in den Abendstunden sorgten besonders die mangelhaften Anbindungen an die Bahnhöfe in Gerresheim und Eller für Unmut bei den Unterbachern. Auch in Sachen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gibt es Nachholbedarf, der Weg zur Arbeit würde ungemein erschwert, lautete die Kritik.

Auch die Verbindung nach Hilden, die viele Kinder nutzen, um dort zur weiterführenden Schule zu gehen, sei durch Verspätungen und Ausfälle geprägt. "Damit meine Tochter nicht dauernd zu spät kommt, muss ich sie rund 15 Mal im Monat zur Schule bringen. Das ist eine mittelprächtige Katastrophe", so der Vorwurf eines verärgerten Vaters, der lauten Zuspruch erhielt.

Für die Worte "Ich kann versprechen, dass die Rheinbahn da dran ist" bekam dann Geisel lauten Applaus der Interessierten. Der Bedarf an einer Taktverdichtung und Ausweitung sei für ihn offensichtlich. "Die Rheinbahn muss nachbessern. Möglicherweise können Sammeltaxis Abhilfe schaffen, die zukunftsnah ausgebaut werden sollen." Doch Sammeltaxis wurden von der Rheinbahn bereits mehrfach abgelehnt, berichtete ein Unterbacher. Geisel versprach, sich dafür einzusetzen, warb jedoch auch für Verständnis, da sich die Busflotte der Rheinbahn im Umbruch befinde: "Durch die Umstellung auf elektronisch betriebene Busse gibt es einen Engpass an rollendem Material."

Aber auch abseits der Busse und Bahnen bewegte das Thema Verkehr die Unterbacher. Bei der geplanten Bebauung des Breidenplatzes äußerten viele Bedenken, dass die neuen Wohnungen für noch mehr Engpässe auf der ohnehin schon stark befahrenen und häufig vollgeparkten Gerresheimer Landstraße sorgen könnten. Für Geisel seien deshalb beispielsweise großangelegte Quartiersgaragen eine Option, die geprüft werden müsse. Ein weiteres Thema des Abends war die Zahl der Plätze im offenen Ganztag. Mit den steigenden Einwohnerzahlen in Unterbach ginge auch ein immenser Mangel an Betreuungsplätzen einher. Angesichts der ebenfalls steigenden Schülerzahlen sei man sehr darum bemüht den Mangel mit großen Investitionen zu beseitigen, versuchte Geisel zu beschwichtigen, bat jedoch auch hier um Geduld. Vom Bürger- und Heimatverein kam als letzter Kritikpunkt die ungenügende Pflege der städtischen Grünanlagen zur Sprache. Man habe das Gefühl, Unterbach werde regelmäßig schlicht vergessen. Geisel: "Ich kann nicht ausschließen, dass stadtweit mit einem unterschiedlichen Maß an Sorgfalt gearbeitet wird." Derzeit liefen im Gartenamt Untersuchungen, um das Konzept anzupassen.

(RP)