Unterbach : Ente gut, alles gut

Mit Herzblut, Fantasie und jeder Menge Enten hat sich das Restaurant "Die Ente" in Unterbach 25 Jahre gehalten. Knapp 1800 der Tiere aus Holz, Gummi, Porzellan oder Swarovski-Kristallen sind in dem kleinen Gasthaus verteilt.

Wer außerhalb der Öffnungszeiten im Restaurant "Die Ente" anruft, bekommt erst einmal Entengequake zu hören - und dann die Stimme von Besitzer Hans Mikolajczyk. "Lieber Gast, legen Sie bitte nicht auf, Sie sind richtig verbunden mit dem freundlichen Restaurant Die Ente!" Dass das mit der Freundlichkeit nicht bloß eine Floskel ist, wird spätestens beim ersten Besuch des Unterbacher Restaurants klar. Und auch, warum das Tierchen namensgebend ist: Knapp 1800 von ihnen, aus Holz, Gummi, Porzellan und aus Swarovski-Kristall sind überall in dem kleinen Gasthaus verteilt.

Mit der "Ur-Ente" hat vor über 25 Jahren alles angefangen. Roswitha Bonacker schenkte sich die Holzfigur selbst zu Weihnachten - weil sie die Enten im Hofgarten so gerne beobachtete. Kurz danach lernte sie Hans Mikolajczyk auf einem Segeltörn mit Freunden kennen und lieben. Wie passend, dass dessen erstes Auto sogar eine rote Ente war.

Dieses Jahr feiern die beiden "Silberhochzeit" mit ihrem Restaurant, in dem es natürlich nicht nur Ente zu essen gibt. Mit ihrer "Riesenfantasie", wie Bonacker sagt, kreieren die beiden rheinische Klassiker wie Schnitzel und saisonale Wild- und Spargelgerichte nebst Ausgefallenem wie dem "Düsselburger" mit der rheinischen Blutwurst Flönz und Apfelmus. Mikolajczyks Lieblingsgericht ist die Wok-Ente, "da kann man sich so richtig austoben." Man mag es kaum glauben, aber auch vegetarisch und sogar vegan kochen die beiden. Dann gibt es aber nicht, wie in manchen Gasthäusern üblich, alle Beilagen auf einem Teller präsentiert, sondern Kartoffelsalat mit Kürbiskernen und Bärlauchpesto - oder hausgemachte Pasta mit Trüffeln.

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"Offen für alles", ist hier die Devise. Alle zwei Wochen wird die Karte umgestellt, jeden Tag gibt es ein Überraschungsgericht - damit es den zahlreichen Stammgästen nicht langweilig wird. Über 100 sollen es mittlerweile sein. Deren Vorlieben kennen die beiden nach 25 Jahren ganz genau - wer sein Wasser am liebsten ungekühlt trinkt oder für wen nach dem dritten Bier Schluss ist. "Da müssen wir keine Karteikarte mehr ziehen", sagt Mikolajczyk.

Ein Erfolgsrezept, wer würde sich das nicht wünschen? Besonders in einer Stadt wie Düsseldorf, wo man heute angesagt und morgen wieder out sein kann. Ein "hipper" Laden, nun, das ist die "Ente" wahrhaftig nicht: Dunkler Teppichboden, dunkle Holzmöbel und ein gewisser Hang zur Sammelleidenschaft, was Entenfiguren anbelangt. Mikolajczyk sagt aber: "Da kommt vielleicht einer in 10 Jahren, dem das hier zu verstaubt ist."

Wie man sich 25 Jahre in der Branche hält, leben die beiden eindrucksvoll vor. Innere Gelassenheit und Herzblut sei der Schlüssel zum Erfolg: "Alles was man macht, muss man mit Herz machen - dann sind die Gäste glücklich", sagt Mikolajczyk. Nicht nur die Gäste, sondern auch die Besitzer sind glücklich. Das Paar hegt eine Begeisterung für den Beruf, der für sie alles andere als Fließbandarbeit und deswegen so wunderbar ist. "Jeden Tag kann man neu entscheiden, sich kreativ neu erfinden und etwas neues schaffen", sagt Mikolajczyk. Seine Augen fangen förmlich an zu strahlen, wenn er über das Restaurant spricht. Das sei mittlerweile wie das eigene kleine Wohnzimmer, in dem die Gäste wie im Kreise der Familie aufgenommen werden.

Die Stammgäste teilen längst die Begeisterung für die Enten. Die meisten der Figuren sind Mitbringsel aus aller Welt: Australien, Bali, Südamerika. Wie die Lieblingsgerichte ihrer Gäste, so kennen die beiden auch zu jeder Ente die Geschichte dahinter. Die Visitenkartenhalter-Ente ist aus Kentucky, die Quietsche-Ente ein Geschenk der Fortuna, die Entenfamilie mit den rosa Schleifen ist vom Tegernsee. Auch dafür brauchen die beiden keine Karteikarte als Gedankenstütze mehr.

(RP)