Düsseldorf-Unterbach: So engagiert sich Düsseldorf für die Umwelt

Engagement in Düsseldorf : So engagiert sich Düsseldorf für die Umwelt

Die Stadt hat Initiativen und Einzelpersonen mit dem Umweltpreis ausgezeichnet. Sieger ist die ökologische Siedlung in Unterbach.

Fast zeitgleich zur Verleihung des Umweltpreises der Landeshauptstadt Düsseldorf tagt in Madrid die UN-Klimakonferenz. „Fridays for Future“-Klimaschutzikone Greta Thunberg setzt, nach ihrer Überfahrt aus den USA mit dem Segelschiff, in Lissabon ihren Fuß auf europäischen Boden, um nach Madrid weiterzureisen.

Und das Europaparlament hat vor wenigen Tagen den „Klimanotstand“ für den alten Kontinent ausgerufen. Der Umweltpreis Düsseldorf wird von der Stadt jedes Jahr im Dezember verliehen. Dass die anderen Klimaschutzaktivitäten sozusagen parallel stattfinden, ist Zufall. Aber es zeigt auch, dass vielerorts die Zeichen der Zeit erkannt worden sind.

„Man muss schon sehr hartherzig sein, wenn einen der Klimawandel nicht bewegt. Jeder, der einigermaßen bereit ist, Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen, wird erkennen, dass es höchste Zeit ist, zu handeln“, meint Oberbürgermeister Thomas Geisel. „Deutliche Zeichen für einen Klimawandel sind mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen.

Wetterextreme wie Stürme, Starkregen und Trockenheit haben uns auch in Düsseldorf in den vergangenen Jahren immer öfter zu schaffen gemacht. Glücklicherweise erkennen das immer mehr Menschen und engagieren sich, um drastischere Klimaveränderungen abzuwenden. Ich appelliere an alle: Die Zeit drängt – lassen Sie nicht nach!“

Relativ früh gab es im Düsseldorfer Rathaus bereits ein Bewusstsein für die Umwelt, denn der Umweltpreis wird seit 1979 verliehen. Und doch wächst der Druck immer weiter. „Wir sprechen nicht mehr über die Klimaneutralität Düsseldorfs 2050, sondern 2035“, so Geisel. „Die Frist ist so nah, dass man sofort tätig werden muss. Wir stehen ganz schön unter Druck, die Sache bis 2035 hinzukriegen. Manchmal gehört auch politischer Mut dazu“, betont Geisel.

Die 21 Bewerbungen um den Umweltpreis, die beim Umweltamt eingegangen sind, zeigen, dass private Initiativen, Einzelpersonen, Unternehmen, Handwerker, Schulen und Kitas viel Mut aufbringen. „Diesmal haben wir den Umweltpreis unter das Motto ‚Klima machen – für heute, morgen, übermorgen‘ gestellt“, erläutert der Vorsitzende des Umweltausschusses, Philipp Tacer.

Die eingegangenen Unterlagen wurden von einer Fachjury des Umweltausschusses bewertet. Schließlich setzte die Jury die ökologische Siedlung in Unterbach auf Platz eins. Auch weil sie bereits 1988 den Klimaschutzgedanken verinnerlicht hat.

„Das ökologische Konzept der Siedlung wird seit 30 Jahren gepflegt und in vielen Schritten weiterentwickelt. Bei den regelmäßigen Versammlungen werden neben den routinemäßigen Aktivitäten immer wieder neue Ideen zur Weiterentwicklung diskutiert. Wir realisieren nicht alles, was in den Bereichen Klimaschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit theoretisch möglich wäre, das ist ja manchmal auch eine finanzielle Frage, aber wir realisieren immer wieder etwas“, sagt Ludger Giegenack.

Er hatte die Bewerbung für die ökologische Siedlung eingereicht. Auch der Düsseldorfer Arm von „Fridays for Future“ wurde mit einer Urkunde geehrt. „Mit der Auszeichnung ist es aber nicht getan“, meint Coraly Wollstein. „Wir fordern weiter konkrete Maßnahmen in Sachen Klimaschutz.“ Die Zeit bis 2035 ist sehr kurz.