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Düsseldorf-Unterbach: Hoppeditzerwachen vor kleinem Publikum

Hoppeditzerwachen in Unterbach : Ganz ohne Prinz geht es nicht

Auch in Unterbach ist der Hoppeditz erwacht – allerdings vor deutlich weniger Publikum als gewohnt. Wie es mit dem Sitzungskarneval weitergeht, ist noch unklar.

Doppelt übersichtlich war es in der Wichernhalle. Zum einen durften in der Veranstaltungshalle in Unterbach, in der normalerweise knapp 400 Zuschauerplätze zur Verfügung stehen, lediglich 120 Karten verkauft werden und die waren für das Erwachen des Unterbacher Hoppeditz nicht einmal vollständig an den Narren oder die Närrin gebracht worden. „Ich glaube, dass die stark gestiegenen Corona-Zahlen in den letzten 14 Tagen zu dieser verhaltenen Reaktion geführt haben. Das ist völlig verständlich“, sagt der Geschäftsführer des Karnevalsausschuss Unterbach (KA) Daniel Hein. Und wer dann doch die Einlassberechtigung in Form einer Eintrittskarte erworben hatte, musste sich erst einer strengen 2G-Üerprüfung unterziehen. „Da sind wir konsequent“, sagt Hein. „Wir haben ja für unsere Gäste, unsere Künstler und nicht zuletzt auch für uns selber eine Verantwortung.“

Die nehmen die Unterbacher Karnevalisten auch dadurch wahr, dass sie in dieser Session auf ihre beiden Prinzenpaare verzichten – zum ersten Mal seit 66 Jahren. „Der Vorstand des KA hat sich schweren Herzens dazu entschlossen, weil die Pandemiesituation leider noch immer zu unsicher ist. Im Ernstfall bedeutet das, dass die Session mittendrin abgebrochen werden muss. Diese Enttäuschung wollen wir keinem Prinzenpaar zumuten“, sagt Hein. Zudem sei das Prinzenpaar-Amt ja auch mit Kosten etwa für Ornate und Orden verbunden.

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Damit wollte sich „Hoppeditz“ Philipp Simon aber nicht abfinden. Er kürte während seine Rede ganz einfach per Ballwurf einen „Prinzen für einen Tag“. „Das Virus lässt uns keine Wahl, der Umgang mit ihm ist ’ne Qual. Der Vorstand sagt: ‚Ein Prinzenpaar kann’s nicht geben, das ist kein prinzenwürdiges Leben‘. Ich sag Euch ganz laut: ‚von wegen!‘ Einen Prinzen, das muss es geben.“, reimte Simon dazu.

Davon war selbst der KA-Vorstand überrascht. „Man lässt mir bei meiner Hoppeditzrede alle Freiheiten. Nichts ist abgesprochen, nichts ist korrigiert“, sagt Simon. „Damit muss man verantwortlich umgehen, aber diese Narrenfreiheit habe ich mir genommen.“ Die Idee ist, dass „Prinz“ Karin Sänger den Ball bei der nächsten Karnevalsveranstaltung an ihren Nachfolger als „Ein-Tages-Prinz“ weiter wirft“.

Das wegen der „Prinzenvakanz“ gesparte Geld steckte der KA in das Programm beim Hoppeditzerwachen. Neben den handgemachten Beiträgen aus Unterbach wie der Rede von Philipp Simon, den Gardetänzen der Tanzgarde Rot-Weiß und der Prinzenwache vom „Rösigen Penn“ hatte man Karnevals-Schwergewichte wie Bernd Stelter, das Musik-Comedy-Duo Firlefanz und die Bommer Brassband „Knallblech“ auf die Bühne der Wichernhalle gelotst. „Der Karnevalsausschuss wollte ein Statement setzen und beweisen, dass er nach einer komplett ausgefallenen Session noch lebt“, erklärt Hein. „Wenn man dafür in die eigene Tasche greifen muss, nehmen wir das in Kauf.“

Zudem wurde auch das „alte“ Prinzenpaar Ulli und Doro (Emde) aus Amt und Würden entlassen und in die Kreise der Ex-Prinzen und Ex-Prinzessinnen aufgenommen.