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Das Gut Rodeberg​ in Düsseldorf hilft Pferden im Rentenalter

Gemeinsam für den Hof in Düsseldorf-Unterbach : Gut Rodeberg erfährt große Hilfsbereitschaft

Der Verein „Seniorenpferde aktiv mit Kindern“ möchte auf dem Hof in Düsseldorf-Unterbach bleiben. Dort kümmern sich die Aktiven um alte Tiere. Jetzt ist ein neues Konzept gefragt. Dafür gibt es viele Helfer.

So viele Streicheleinheiten hat Stallkater Joplin lange nicht mehr bekommen, denn so viel neuer Besuch war lange nicht mehr auf Gut Rodeberg. Und alle wollen helfen. Erste neue Gesichter auf dem Hof waren Rita und Jörg Brenger, die durch einen Aufruf des Raiffeisen-Markts Erkrath auf die Situation des Ponyhofs und des Vereins „Seniorpferde aktiv mit Kindern“ aufmerksam wurden.

Die beiden kümmern sich in ihrer Pferdepension Brenger’s Hof in Eller selbst um zwölf Pferdesenioren und mussten nicht lange überlegen, ob sie helfen sollten. „Aufgrund der guten Ernte in 2021 hatten wir noch genug Stroh und Heu im Bestand“, erzählt Jörg Brenger und sagte nach einem Vor-Ort-Termin eine Spende von 68 Rundballen Stroh und 24 Rundballen Heu zu. Die erste „Lieferung“ ist bereits da.

Schon länger ist Birgit Sieger, Mitglied der Grünen-Fraktion der Bezirksvertretung 8, ehrenamtlich auf dem Unterbacher Ponyhof im Einsatz. Wie rund 30 weitere Ehrenamtler genießt sie – trotz der Arbeit, die Hof und Tiere machen – die Auszeit vom Alltag, wenn sie auf Gut Rodeberg ist. „Ich habe den Verein darauf hingewiesen, dass Vereine bei der Stadt für Anschaffungen Förderanträge stellen können“, sagt sie.

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Doch damit sich neue Investitionen überhaupt lohnen, muss der Verbleib der Pferde auf Gut Rodeberg erst einmal sichergestellt sein. Aktuell hat der Verpächter eine Verlängerung der Pacht bis zum Frühjahr 2023 zugesagt. Für eine weitere Verlängerung soll ein tragfähiges Konzept des Vereins erarbeitet werden.

Dabei will die Bürgerstiftung Erkrath gemeinsam mit anderen Akteuren wie den Vereinen „Erkrath hält zusammen“ und „Du-Ich-Wir“ helfen, „um Seniorpferde aktiv mit Kindern dauerhaft auf eigene Füße zu stellen“, sagt Jörg Jasper. Der stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung hatte sofort erkannt, welch ein Paradies Gut Rodeberg für Tiere und Menschen ist: „Ich bin hier mit dem Fahrrad heraufgefahren und war überwältigt“, erzählt er begeistert.

Wie im Urlaub fühle man sich auf den Hügeln des Rodebergs. Für Jasper war schnell klar, dass die Bürgerstiftung helfen will, dieses Kleinod für Mensch und Tier zu erhalten. Eine Spende über 3000 Euro bildete den Anfang.

Neben Kater Joplin aus dem Tierschutz haben auf dem Unterbacher Ponyhof 15 Pferde und Ponys – von denen drei inzwischen verstorben sind – ein Zuhause gefunden. Da ist beispielsweise der blinde Lou oder Monty, der früher in Portugal als Arbeitspferd gehalten wurde sowie Goldi, der als Kirmespferd tagein, tagaus seine Runden drehen musste, oder Walaika und Hanni, die aufgrund von Sehnenschäden schon früh als Rennpferde ausgemustert worden waren.

Ihre Tiere im Herdenverband auf den Weiden zu halten, sie gesund zu ernähren und ihnen auch im hohen Alter ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, gehörte von jeher ebenso zu Christina Helms (Pächterin von Gut Rodeberg) Konzept, wie auch denjenigen eine Chance zu geben, die von anderen längst abgeschrieben wurden. Durch ihre Krebserkrankung ist Helm aktuell selbst auf Hilfe angewiesen.

Um die Versorgung der Pferdesenioren sicherzustellen und Kindern zu vermitteln, dass man auch mit alten Tieren noch viel Freude haben und tolle gemeinsame Aktionen machen kann, ohne zu reiten, gründete sich Anfang 2020 der Verein Seniorpferde aktiv mit Kindern.

„Es kann und darf nicht sein, dass Altsein mit nutzlos, wertlos und letztlich abgeschoben werden gleichgesetzt wird“, sagt Vereinsvorsitzende Lydia Pache. „Unser Ziel ist es, zu zeigen, dass Alter Respekt verdient – egal ob bei Mensch oder Tier – und wenn etwas aufgrund des Alters nicht mehr zu 100-prozentig möglich ist, ist das Leben immer noch genauso wertvoll und man kann Aufgaben finden, die Jung und Alt, Pferd und Mensch, gemeinsam Spaß machen und miteinander verbinden.“

Waldspaziergänge mit Pferd, Bodenarbeit, Pferdeparcours, Kurse zum Erlernen der Pferdesprache und Achtsamkeitstrainings waren geplant. Doch dann kam Corona und legte die Pläne erst einmal auf Eis. Für Aktionen mit Kindern und Jugendlichen ist sowohl personelle als auch finanzielle Hilfe nötig. Gemeinsam mit den neuen Unterstützern meistern die Seniorpferde aber sicher auch diese Hürde.