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Gerresheim: Träume auf Leinwand gemalt

Gerresheim : Träume auf Leinwand gemalt

Die Kunst hat eigentlich immer eine Rolle im Leben von Olga Bender gespielt. "Bereits als Kind habe ich gerne gemalt", sagt sie. Unter dem Titel "Surreale Welten" zeigt die 51-Jährige, in Norddeutschland lebende Hobbykünstlerin jetzt ihre surrealistischen Ölkunstwerke in der Galerie Art Room.

Bunt und opulent sind die Bilder von Olga Bender. Manche Betrachter würden sie vielleicht sogar kitschig nennen – doch oftmals steckt hinter ihnen eine ernste Botschaft. Das Bild "Giraffe" etwa zeigt zwei der Tiere in der Wildnis. Auf den zweiten Blick erkennt der Betrachter jedoch im Hintergrund auch noch die Skyline einer Stadt. "Das Bild symbolisiert, dass die Tiere von uns immer weiter aus der Natur an den Rand der Zivilisation gedrängt werden", sagt Bender. Auch Themen wie den Hunger und die Dürre in der Dritten Welt sowie die Untreue unter Liebespaaren behandelt sie in ihren Bildern.

Es ist genau diese Tiefe der Bilder, die auch die Betreiber des Art Rooms an Olga Benders Kunst fasziniert hat: "Die Bilder sind zum einen sehr fotorealistisch, zum anderen hat man beim genaueren Hinschauen oft diesen 'Aha-Effekt'", sagt Simone Stauss von der Galerie. Durch eine Annonce in der Kunstzeitschrift "Material" waren die Düsseldorfer Galeristen mit der Künstlerin in Kontakt gekommen.

Es gehört zum Konzept der Galerie, deren Betreiber allesamt selbst Künstler sind, dass jeder Bildender Künstler die Räumlichkeiten für seine Ausstellung mieten kann – vom aufstrebenden Nachwuchskünstler bis zum Hobbymaler, zu deren Gruppe auch Olga Bender gehört.

Geboren wurde sie 1961 in Sibirien. Als junge Frau beschloss sie, nach dem Schulabschluss Kunst zu studieren. Als sie jedoch die Aufnahmeprüfung an der örtlichen Kunstschule nicht schaffte, verwarf sie ihren Traum zunächst und begann, Plakate für das Kino in ihrer Heimatstadt zu entwerfen.

Als Bender im Jahre 1993 mit ihrem Mann nach Deutschland kam, arbeitete sie hauptberuflich in einer Schokoladenfabrik. Gleichzeitig begann sie wieder mit dem Malen, besuchte Kunstkurse und organisierte kleine Ausstellungen. "Vieles habe ich mir damals selbst beigebracht. Am Anfang habe ich dabei immer nur Dinge abgemalt, um zu lernen", erinnert sie sich. Später habe ihre Fantasie sie immer weiter zum Malen surrealistischer Motive bewogen. Die Ergebnisse dieser Fantasiereise sind nun im Art Room zu sehen. Dass Olga Bender einmal Kinoplakate entworfen hat, ist dabei deutlich zu erkennen: Motive mit intensiven Farben zeigen Elefanten, Giraffen und Löwen, die in bunten Traumwelten unterwegs sind.

Viele Bilder malte sie zumeist am Wochenende oder spät am Abend. Dabei kann es schon bis zu mehrere Wochen dauern, bis Bender eines ihrer Ölgemälde fertiggestellt hat. "Surrealistisches Malen braucht seine Zeit. Über die Motive denke ich oft lange nach", sagt sie. Porträts und realistische Bilder hingegen würden ihr leichter von der Hand gehen. Vorlieben, was die Motive angeht, hat die Künstlerin jedoch nicht. "Wenn ich etwas sehe, das mir gefällt, male ich es einfach", sagt sie. Das könne eben alles sein: Tier- und Naturmotive oder Eindrücke zum aktuellen Zeitgeschehen.

Weitere Informationen über Olga Bender und ihrer Kunst gibt es auf der Homepage der Malerin.

www.benders-art.de

(lai)