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Mörsenbroich: Thomaskirche sucht einen Partner

Mörsenbroich : Thomaskirche sucht einen Partner

Die evangelische Thomaskirche muss mit einer anderen Gemeinde fusionieren. Nur so kann das Gemeindeleben dauerhaft erhalten bleiben. Die Gemeindemitglieder sollen über diesen einschneidenden Schritt mitdiskutieren.

Wie bereits andere evangelische Kirchengemeinden muss nun auch die Thomaskirche über Fusionen nachdenken, um in Zukunft noch ein lebendiges Gemeindeleben gewährleisten zu können. Prognosen gehen davon aus, dass durch weiter sinkende Mitgliederzahlen bis zum Jahr 2030 nur noch die Hälfte der jetzigen Gelder zur Verfügung stehen werden.

Bisher konnten dank der Hilfe von rund 200 ehrenamtlichen Helfern viele Aufgaben und Projekte fortgeführt werden, obwohl das Personal der Gemeinde schon stark reduziert wurde. Viele Grenzen sind aber nun erreicht und deshalb ist die Thomaskirche auf der Suche nach einem Partner. Im Moment werden Gespräche mit allen Nachbargemeinden geführt. Was für eine Fusion mit welcher Gemeinde spricht, wurde nun zusammengestellt und den Gemeindemitgliedern vorgestellt. "Uns ist wichtig, eine Transparenz für unsere Mitglieder herzustellen, diese auf den Weg mitzunehmen", sagt Pfarrer Christoph Dielmann. So sollen diese auch auf der Homepage der Gemeinde über die anstehenden Veränderungen mitdiskutieren, Wünsche und Bedenken vortragen können.

Bis Mitte November soll aber bei der Kreissynode die künftige Richtung, der Fusionspartner vorgestellt werden. "Noch sind mehrere Möglichkeiten offen", sagt Pfarrer Carsten Körber. Fusionen sind mit drei anderen Gemeinden möglich. Die Oster-Kirchengemeinde mit ihren Standorten in Rath und Grafenberg ist dabei der engste Nachbar, die Pfarrer predigen bereits jetzt schon regelmäßig im Austausch. Allerdings würde durch die räumliche Nähe eine Konkurrenz der Standorte Thomas und Melanchthon entstehen, denn die Thomasgemeinde würde gerne ihren Standort behalten, Melanchthon wurde aber bereits aufwendig um- und neugebaut. Mit der Matthäi-Kirchengemeinde hat Thomas heute schon das Zooviertel gemeinsam. Dort würde man sich in der Kirchenmusik gut ergänzen und auch die Anzahl der Pfarrstellen wäre passend. Allerdings führt Matthäi auch Gespräche mit anderen Kirchengemeinden.

Mit der Kirchengemeinde Unterrath/Lichtenbroich bestehen bereits Kooperationen in der Kirchenmusik, und die Jugendarbeit ist bereits fusioniert. Zudem wäre die Unterrather Gemeinde bereit, sich von allen drei eigenen Gebäuden zu trennen und einen neuen Standort zu suchen. "Unser Gebäude ist fit und kann noch Jahrzehnte unrenoviert genutzt werden", sagt Körber. Durch eine Renovierung könnten aber verbesserte Angebote in attraktiveren Räumen gemacht und das Gebäude energieeffizienter werden. Durch Vermietungen wäre auch eine bessere Bewirtschaftung möglich.

"Der Erhalt unseres Standortes ist aber kein Ausschlusskriterium für die Fusion mit anderen Gemeinden", betont Körber. Wichtig sei, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln, damit die neue Gemeinde auch wirklich zusammenwachsen kann. Dann könne man auch erst entscheiden, welche Standorte weiter sinnvoll sind. "Wir müssen dabei auch eine gewisse Dynamik berücksichtigen, denn es werden neue Ideen und Potenziale entstehen", sagt Körber.

Ihm ist es wichtig, dass auch in Zukunft die Thomaskirche weiterhin die bewährte Stadtteilarbeit fortsetzen kann. Denn ihre Angebote richten sich an Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, jeden Alters und Herkunft.

(RP)