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Bilk: Studentenwohnheim in der Kritik

Bilk : Studentenwohnheim in der Kritik

An der Himmelgeister Straße sollen 178 Wohnungen entstehen. Politiker sprechen von einer "Legebatterie" und "Massentierhaltung." Auch die vielen Parkplätze in der geplanten Tiefgarage seien überflüssig.

Düsseldorf ist längst Studentenstadt und die Wohnheime in Campus-Nähe sehr beliebt. In diesem Jahr droht ein doppelter Abitur-Jahrgang und somit auch doppelt so viele Studenten. Bedarf an günstigem Wohnraum ist also genug da. Doch mit dem Bauantrag für ein Studentenwohnheim mit 178 Wohnungen sowie einer dazugehörenden Tiefgarage auf dem Grundstück an der Himmelgeister Straße tat sich die zuständige Bezirksvertretung 3 nun sehr schwer.

Ein Investor hat das Grundstück von der Stadt gekauft. Vorgesehen ist dort eine vier- bis fünfgeschossige Bebauung. Die 178 Wohnungen sollen zwischen 20 und 50 Quadratmeter groß sein. In einer dazu gehörenden Tiefgarage sollen 92 Stellplätze gebaut werden. "Der Entwurf des Hauses sieht ja aus, als würde dort Massentierhaltung betrieben", sagte Bernhard Piltz (FDP) in ungewöhnlich scharfen Worten.

Der Liberale kritisierte vor allem die vorgesehene Gestaltung der Fassade und sprach von "moderner Käfighaltung." Gar nicht gefallen hat der Entwurf auch der SPD. Andreas Rimkus nannte es "einen Skandal" so etwas bauen zu wollen. Dietmar Wolf von den Grünen sagte, er "habe selten so etwas Hässliches" gesehen, das wirklich alle Geschmäcker sprenge.

Kritik von den Bezirksvertretern gab es darüber hinaus an den insgesamt 178 Stellplätzen, die nachgewiesen werden müssen. 92 Autos können in einer Tiefgarage geparkt werden. 30 oberirdisch auf dem eigenen Gelände und für den Rest ist Platz auf Nachbargrundstücken. Rimkus kritisierte, dass ein Parkplatz für eine Wohnung wohl an dieser Stelle der Stadt nicht zeitgemäß sei.

In Münster — bekanntermaßen eine große Uni-Stadt — reiche ein Stellplatz für fünf Studentenunterkünfte. Die Politiker bezweifelten, dass sich die Studenten die zusätzliche Miete für die Garage leisten werden. Hinzu komme, nicht jeder Student verfüge über ein Auto. Ebenfalls ein Dorn im Auge einiger Politiker, die Fällung von einigen Bäumen, die für den Neubau nötig sind.

Bernhard Piltz fühlte sich von der Verwaltung etwas überrumpelt, denn der Bauantrag war erst kurz vorher auf die Tagesordnung gesetzt worden. "Ich war einen Tag vorher noch hier, um mir die Unterlagen abzuholen. Da war von der Himmelgeister Straße noch nicht die Rede. Und heute soll ich auf einmal entscheiden", sagte Piltz und traf damit offensichtlich den Nerv vieler Kollegen.

Die Bezirksvertretung vertagte den Bauantrag. Alle Beteiligten, Politiker und Investor wollen sich nun noch mal an einen Tisch setzen. Möglicherweise kann die Gestaltung der Fassade noch einmal überarbeitet werden. In der April-Sitzung der BV soll dann erneut über den Bauantrag abgestimmt werden.

(RP)