Stockum: Stockumer Schützen wollen sich mehr öffnen

Stockum : Stockumer Schützen wollen sich mehr öffnen

Gastgruppen dürfen beim Festzug das Schützenwesen ausprobieren und alle Bürger können am Bürgerkönig-Schießen teilnehmen.

Es war ein ungewohntes Bild beim großen Festzug der Stockumer Schützen am Sonntagmittag. Denn zwischen den uniformierten Kameraden liefen auch die Mitglieer von "Klümpkes Stockum" mit, ein örtlicher Hobby-Fußballverein. Mit der Öffnung des Festzuges für Gäste wollen die Stockumer Schützen nicht bloß ihren Zug verlängern, sondern sich in erster Linie im Stadtteil besser vernetzen. Denn wie viele andere Düsseldorfer Schützenvereine kämpfen auch die Stockumer mit Mitgliederschwund.

Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Gastspiel entstand bereits vor über einem Jahr. Kontakte untereinander gab es schon länger, was Schützenchef Markus Stephan dann intensivieren wollte. "Wir wollen uns mehr öffnen", sagt er. So liefen die Klümpkes 2017 zum ersten Mal beim Festzug mit, was nach vielen positiven Rückmeldungen von beiden Seiten in diesem Jahr wiederholt wurde.

Aber auch andere örtliche Vereine sollen zukünftig die Chance bekommen, am Festzug teilzunehmen, um einmal das Schützenwesen hautnah mitzuerleben. Dabei will Stephan die Menge an Gästen jedoch überschaubar halten: "Wir müssen natürlich aufpassen, dass die Schützen weiterhin im Mittelpunkt stehen."

Hinter der Aktion steckt bei den Stockumer Schützen auch die Hoffnung, neue Mitglieder zu werben. Denn mit rund 100 Mitgliedern gehören sie zu den kleineren Vereinen. Doch im Gegensatz zu anderen Schützengruppen fehlt ihnen nicht der Nachwuchs. "Wir haben viele junge und ältere Mitglieder, aber der Mittelbau fehlt", sagt Stephan. Dadurch sind die Klümpkes als Gäste auch eine gute Wahl. Aber nicht nur aufgrund der Altersstruktur, sondern auch wegen ihrer Vereinskultur. "Bei uns steht der Spaß im Vordergrund", sagt Gregor Joisten, "jeder ist bei uns willkommen."

Im Fall von Gregor Joisten ist der Plan der Schützen schon aufgegangen, da er den Schützen als passives Mitglied beitreten will. Denn für ihn sind die Schützen ein wichtiger Teil des Vereinswesens in Stockum. "Viele verbinden die Schützen nur mit Biertrinken", sagt er, "doch ohne ihr Engagement wäre in Stockum nicht viel los."

So begleiteten die Klümpkes mit insgesamt 15 Mitgliedern den knapp 300 Teilnehmer starken Festzug am Sonntag, der dank des schönen Wetters gut besucht war. Doch auch hier sieht Schützenchef Markus Stephan noch Potenzial zu Verbesserung. "Viele schauen zwar beim Schützenfest rein, haben aber sonst kaum Kontakt zu uns", resümiert er.

Deshalb gab es in diesem Jahr eine weitere Premiere in puncto Vereinsarbeit. Am Freitag vor dem Schützenfest veranstalteten die Schützen einen Netzwerkabend, zu dem sie Vereine und Unternehmer aus dem Stadtteil einluden. Ziel war, sich besser kennenzulernen und untereinander auszutauschen. Aber auch, um sich gegenseitig zu unterstützen, um das vielfältige Vereinsleben in Stockum am Leben zu erhalten. Denn das wird auf sich allein gestellt zunehmend schwieriger. Deshalb setzen die Schützen unter Markus Stephan nicht ausschließlich auf starre Mitgliedschaften, sondern auch auf informellere Formen der Beteiligung, um das Vereinswesen auch weiterhin im Stadtteil zu verankern.

Aus diesem Grund haben die Schützen voriges Jahr eine weitere Neuheit eingeführt. Neben den üblichen Königen gibt es nun auch einen Bürgerkönig. Am Ausschießen darf mit Ausnahme der Schützen jeder teilnehmen. Vorjahressieger Lars Klein wurde kurz darauf auch gleich Mitglied. "Das ist natürlich genau das, was wir uns gewünscht haben", sagt Stephan. Auch in diesem Jahr gab es wieder ein Bürgervogelschießen, an dem 40 Leute teilnahmen. Den Erfolg sicherte sich Andrea Kamm-Krevet, die somit erste Bürgerkönigin der Stockumer Schützen ist.

(RP)
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