Stadtteil-Check : Zwischen Idylle und Trubel

Stockum ist ein Stadtteil, der eigentlich alles hat, was man braucht. Eine gute Anbindung, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten – das schätzen Alteingesessene wie Jürgen Fischer.

Es sind vor allem die Menschen, die Jürgen Fischer schon fast sein Leben lang in Stockum halten. Nicht nur, weil er sie kennt und eine Menge Stockumer auch ihn kennen. Sondern weil sie sind wie sie sind. Ein bisschen wie eine gute Dorfgemeinschaft mitten in der Stadt. Wobei Fischer sie schon kannte, als Stockum noch weit draußen war. Die riesigen Wiesen, auf denen er als Junge spielte, hat heute die Messe besetzt. Das mochten anfangs nicht alle, heute gehört sie dazu, nicht nur, weil sie die örtlichen Vereine unterstützt. Bei den großen Messen sind nicht nur die Gaststätten voll, sondern auch die Straßen und die Bahnen. Aber, sagt Fischer, „es sind vor allem die Zugezogenen, die das stört“.

Der Laden, in dem Fischer seit ein paar Jahren hinterm Tresen steht, ist ein Unikum. Lottoladen, Schreibwarengeschäft, Zeitschriften-Kiosk, Reisebüro, Paketshop und Geschenkartikel-Boutique – alles in einem. Gegenüber im Einkaufszentrum sind Bäcker, Metzger, Blumenladen und demnächst zieht Aldi ein. „Hier gibt es alles, was man braucht“, sagt Fischer. Auch ein paar gute Restaurants. Sorgen macht dem Stockumer die neue Schule, die neben dem Gymnasium gebaut wird. Und das neue Wohnviertel an Stelle der Fashion-Häuser. „Da fürchten viele, dass es zu überlaufen wird.“ Was er an Stockum noch schätzt? Den Nordpark und den Aquazoo, in dem er aber seit der Neueröffnung noch nicht war – „das war einfach zu voll“. Wenn er sich was wünschen dürfte für den Stadtteil: „Das Kopfsteinpflaster auf der Kaiserswerther Straße müsste weg.“ Doch dem Lärmschutz steht der Denkmalschutz entgegen. Stefani Geilhausen

Mehr von RP ONLINE