Stockum: Rasenpflege statt Arbeitslosigkeit

Stockum: Rasenpflege statt Arbeitslosigkeit

Über die Zukunftswerkstatt Düsseldorf kommen Menschen wieder in Arbeit.

Über das Arbeitsamt ist Bastian Bartussek vermittelt worden. Für ihn war die Pflege der Trainingsplätze von Fortuna Düsseldorf auf der Anlage hinter der Arena keineswegs sein Wunschberuf, aber nach vier Monaten hat sich seine Einstellung zum Gärtnern geändert. Vor allem die Kollegen haben ihm den Einstieg erleichtert: "Ich habe neue Freunde gefunden und lerne sehr viel dazu."

Aus der Zusammenarbeit von Fortuna Düsseldorf und der Zukunftswerkstatt Düsseldorf ist ein besonderes Miteinander entstanden. Die Zukunftswerkstatt Düsseldorf (ZWD) ist eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt, die sich als sozialwirtschaftliches Unternehmen bereits seit 1989 erfolgreich engagiert. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, berufliche Perspektiven zu schaffen und arbeitet dabei eng mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Düsseldorf zusammen. Eines ihrer Projekte beinhaltet die Pflege der Trainingsplätze. Seit zwei Jahren kümmern sich die Mitarbeiter täglich um Höhe - im Sommer 25, im Winter 27 Millimeter - und Farbe der Felder. Neben der korrekten Länge wird der Rasen dann auch regelmäßig "gestriegelt", also gekämmt, damit sich keine Verfilzungen bilden.

Mehrmals wöchentlich werden die Mitarbeiter von Dieter Prahl unterstützt. Der ehemalige Chef-Greenkeeper von Bayer Leverkusen ist als Berater der ZWD tätig. Neben Mitarbeitern der ZWD stehen Teilnehmer aus beschäftigungsfördernden Maßnahmen bereit, um die Trainingsplätze zu pflegen. Dabei handelt es sich größtenteils um Langzeitarbeitslose, die so wieder einen Einstieg in die Arbeitswelt bekommen und nicht selten bei der ZWD beschäftigt bleiben. Wie zum Beispiel Christoph Wozniczka, der nun seit fast fünf Jahren für die ZWD tätig ist. "Früher war ich Hausmeister und habe mich auch um Gärten gekümmert", sagt Wozniczka. Auch die Fortuna ist sehr zufrieden mit der Kooperation. "Seitdem die ZWD die Arbeiten übernommen hat, hat es keine Beschwerden von Spielern oder Trainern gegeben", sagt Sven Mühlenback aus dem Vorstand für Organisation und Spielbetrieb des Fußball-Zweitligisten.

(RP)