Stockum : Oma Leni lädt zum Vorlesen ein

Helene Beck-Zimmermann ist ein Multitalent: Sie stickt, schreibt und liest vor – am liebsten einem Publikum. Dreimal in der Woche lädt sie Besucher in ihren Pavillon an der Kaiserswerther Straße ein.

Helene Beck-Zimmermann ist ein Multitalent: Sie stickt, schreibt und liest vor — am liebsten einem Publikum. Dreimal in der Woche lädt sie Besucher in ihren Pavillon an der Kaiserswerther Straße ein.

Wenn Helene Beck-Zimmermann an dem kleinen Tisch in ihrem Pavillon an der Kaiserswerther Straße sitzt, dann tut sie eines von zwei Dingen: schreiben oder sticken. Das sind nämlich die beiden großen Hobbys der 73-jährigen ehemaligen Erzieherin. So lange sie denken kann, schreibt Beck-Zimmermann schon ihre eigenen Gedichte und Kurzgeschichten.

"Ich schreibe, weil es mir hilft und mich erleichtert", sagt Beck-Zimmermann. In dem Pavillon an der Kaiserswerther Straße vertritt sie ihren Mann. Der ist Raumausstatter und präsentiert dort sein Angebot. Deshalb ist auch der ganze Raum voll mit Stoffen, Schleifen und Garn — und Helene Beck-Zimmermann ist mittendrin. So kam auch ihr zweites Hobby, das Sticken, zustande: "Ich benutze Stoffreste aus ausgelaufenen Kollektionen. Daraus nähe ich kleine Täschchen und besticke sie nett", erzählt sie. Das sei ein schöner Zeitvertreib, wenn sie im Pavillon sei.

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Ihre Leidenschaft aber, das macht Helene Beck-Zimmermann deutlich, gilt dem Schreiben. Fein säuberlich schreibt sie ihre Gedanken in verschnörkelten Buchstaben in ihren Notizbüchern nieder. Inhalt der Geschichten: Erinnerungen an die Jugend, Beobachtungen aus dem Alltag und Gedichte über das Leben. Gerne liest Helene Beck-Zimmermann diese vor. "Das habe ich schon immer gerne getan. Früher habe ich zum Beispiel immer Kindern vorgelesen", erzählt sie. Die Kinder nannten sie dann immer "Oma Leni". Und auch heute noch trägt Helene Beck-Zimmermann diesen Spitznamen. Schließlich hat sie 50 Jahre lang in Kindergärten in ganz Düsseldorf gearbeitet und pflegt auch heute noch Kontakt zu einigen der Kinder — auch wenn ihre Schützlinge mittlerweile schon groß geworden sind.

Aber nicht nur Kindern liest Oma Leni gerne vor. Ihr Geschichten teilt sie mit jedem, der nur vorbeikommt und danach fragt. "Ein älterer Herr kommt zum Beispiel regelmäßig zu mir in den Pavillon und hört sich meine Geschichten an", erzählt sie stolz. Dreimal in der Woche kann man Oma Leni deshalb in dem kleinen Häuschen an der Kaiserswerther Straße 408a besuchen: Montags, mittwochs und freitags ist sie jeweils von 11 bis 13 Uhr und von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr dort anzutreffen. "Wer meine Geschichten hören will, dem lese ich gerne vor", sagt sie. Und wer möchte, kann dann auch eine ihrer Stick-Arbeiten erwerben. Die verkauft Oma Leni dort nämlich ebenfalls.

(lai)