Stockum: Kinder verteilen in Stockum Blumen und lesen Gedichte

Stockum : Kinder verteilen in Stockum Blumen und lesen Gedichte

Die Aktion der Gerhard-Tersteegen-Grundschule hat Tradition und soll die Menschen in frühlingshafte Stimmung versetzen.

Ursula Müller staunte nicht schlecht, als sie plötzlich von Rieke und Anna angesprochen wurde. Nicht nur, weil die verdutzte Seniorin von den beiden Viertklässlern der GGS Gerhard-Tersteegen-Schule eine Tulpe überreicht bekam. Garniert wurde diese Blume nämlich auch noch von einem Gedicht, welches die Mädchen eigenhändig geschrieben hatten und das von der Schönheit der Blumen im Frühling handelt.

Ursula Müller gefiel es jedenfalls sehr gut. "Ich bin selber eine begeisterte Leserin von Gedichten, weshalb mich so eine Aktion natürlich ganz besonders freut", sagte die Seniorin. Währenddessen zogen die anderen Schüler durch die Nebenstraßen und sprachen jeden Passanten an, auf den sie trafen. Angesichts der frühlingshaften Poesie verrauchte sogar der Ärger eines Mannes über ein Knöllchen vom Straßenverkehrsamt. "Jetzt kann ich zumindest mit einem Lächeln weiterfahren."

So wie ihm erging es vielen Stockumern, die von Sonja Waßmuths Klasse überrascht wurden. "Dabei gehört das schon fest zu unserem Jahresprogramm", erklärt die Klassenlehrerin.

Normalerweise erfolgt die Aktion zum kalendarischen Frühlingsanfang. Da diesmal der Tag aber wortwörtlich ins Wasser gefallen war, folgten die Frühlingsglückwünsche nun ein wenig später als sonst. "Wir möchten den Leuten damit eine Freude machen", sagt die Zehnjährige Anna. "Für die Inspiration haben wir dazu einfach aus dem Fenster geschaut", ergänzt ihre Klassenkameradin Louisa.

Mitunter nutzten die Schüler dafür sogar anspruchsvollere Gedicht-Formen wie Akrostichons, bei dem jeder Buchstabe eines bestimmten Wortes noch mal für ein eigenes Wort steht.

Bei der Aktion wurden auch die Werktätigen in den Geschäften bedacht. Daniel und Kamil nahmen sich dafür gleich die komplette Belegschaft der örtlichen Sparkasse vor. Zur Freude von Annette Sprenger, die sich davon ein wenig in ihre eigene Kindheit zurückversetzt fühlte. "Ich war hin und weg von dem Vortrag. So etwas gibt es heutzutage ja leider nicht mehr so oft, weil die Kinder häufig nur noch mit ihren Smartphones spielen. Dabei ist Lesen und Schreiben so wichtig", sagte die Sparkassen-Angestellte. Daniels Werk hat jedenfalls einen Ehrenplatz bekommen. "Das pinne ich jetzt an meinen Schreibtisch!"

(RP)
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