Stockum : Der Herr der St.-Hubertus-Fahne

Bado Häberle von der St.-Hubertus Jäger-Gesellschaft führt die Parade in Stockum an, denn er trägt die Fahne. Das Schützenfest des St.-Sebastianus-Schützenvereins endet heute mit Krönungsball und Zapfenstreich.

Die Schützen der St.-Hubertus-Jäger-Gesellschaft hatten an diesem Wochenende gleich doppelten Grund zum Feiern. Zum einen, weil das alljährliche Schützenfest zu Pfingsten wieder in vollem Gange war. Zum anderen, weil die Gesellschaft der Jäger ihr 90-jähriges Bestehen feierte. Mit Stolz begingen die Schützen mit den grünen Jacken am Sonntag also ihre Parade durch Stockum, die auf dem Festgelände am Aquazoo endete.

Eine besondere Position bekleidete dabei natürlich Fahnenträger Bado Häberle, der die Parade der Gesellschaft an erster Stelle, sogar noch vor dem Hauptmann, anführte. Seit 17 Jahren bekleidet Häberle nun schon dieses besondere Amt, und er macht seine Sache offenbar gut, denn jedes Jahr wird er bei der Vorstandswahl der Gesellschaft neu darin bestätigt.

Als Fähnrich hat man auch eine ganze Reihe von Regeln und Pflichten, die beachtet werden müssen. Die Fahne repräsentiert schließlich den Stolz der Schützen, und sie darf deshalb etwa nur zu Ehrenbezeugung gesenkt werden. "Das kann zum Beispiel beim Großen Zapfenstreich oder bei Beerdigungen als letzter Gruß sein," sagt Häberle. "Und beim Majestätengruß, wenn der Schützenumzug bei den Schützenmajestäten vorbeizieht", fügt Martin Kamm hinzu, der als Hauptmann der St. Hubertus Jäger den Grußbefehl ausruft. In welcher Hand oder an welcher Seite die Fahne gehalten muss, wird zudem genauestens in einer Zeremonien-Ordnung vorher festgelegt.

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Aber auch abseits der Umzüge ist Bado Häberle für die Fahne verantwortlich. "Als Fähnrich bin ich auch für die sichere Verwahrung bei mir zuhause zuständig", sagt Häberle. Immerhin koste eine solche Flagge geschätzt um die 6000 Euro. Ganz so alt wie die Gesellschaft ist das Schmuckstück übrigens noch nicht: Die Fahne, die Häberle heute hütet, ersetzt das Original, das vor gut 40 Jahren einem Brand im Stockumer Schützenheim zum Opfer gefallen ist.

Bei einem Fahnengewicht von rund 15 Kilogramm ist Häberles Ehrenamt auch körperlich ziemlich anstrengend. "Vor allem wenn Wind aufkommt - dann zieht es ganz schön an den Schultern", sagt Häberle. Einen Kreuzgurt mit Halterung hat er dafür immerhin als Hilfsmittel. Doch erst, wenn aus dem Wind ein Gewitter wird, legt er die Flagge auch ab - denn dann könnte es aufgrund der Blitzgefahr durch die hohe Stange sogar gefährlich für den Fähnrich werden.

Einen kleinen Nachteil hat der verantwortungsvolle Posten aber auch: "Dadurch dass man an vorderster Stelle steht, kriegt man leider nicht so viel vom Zug mit." Häberle hat trotzdem Spaß dabei und gibt die Fahne - wenn überhaupt - beim Umzug nur aus der Hand, um mal auf die Toilette gehen zu können.

Ganz besonders freut er sich auf die Parade am nächsten Sonntag in Wersten. Dort gehen nämlich alle Fahnenträger samt Flaggen der 30 Gesellschaften der St.-Sebastianus-Schützen mit. Denn das sei immer ein besonders schöner Anblick für die Zuschauer, erklärt Häberle.

(RP)