Aquazoo Düsseldorf: Schützen Stockum sind Paten der Schützenfische im

Im Aquazoo in Düsseldorf : Diese Fische schießen besser als die Schützen

Im Düsseldorfer Aquaozoo gibt es Fische, die ihre Beute mit einem Wasserstrahl von Blättern schießen. Das gefällt den Stockumer Schützen, die für die Tiere die Patenschaft übernommen haben.

Doktorfische haben keine medizinischen Kenntnisse, Brillenbären besitzen keine Sehhilfen, aber Schützenfische: Die können schießen, und zwar wirklich richtig gut und tragen ihren Namen deshalb zu Recht.

Da passt es gut, dass die Stockumer Schützen vor über zehn Jahren die Patenschaft für diese Fischart im Düsseldorfer Aquazoo übernommen haben. Wobei Schützen-Chef Markus Stephan direkt auf einen Unterschied hinweist: „Die Jungfische sind miserable Schützen und werden erst im Alter immer besser, während das bei uns Schützen genau umgekehrt abläuft.“

Dabei konnte bis heute nicht wissenschaftlich geklärt werden, wie die Fische es schaffen, so gut ihre Beute zu treffen. „Schließlich müssen dabei die Wasserbrechung, die Größe des Objektes und der Schusswinkel des Wasserstrahls abgeschätzt und berechnet werden“, sagt Zoodirektor Jochen Reiter.

Denn geschossen wird bei den gefleckten Leopard-Schützenfischen nicht mit scharfer Munition, sondern mit Wasser. Sobald das Tier außerhalb des Wassers auf einem Ast ein schmackhaftes Insekt, Spinnen oder Raupen ausmacht, legt es sein Maul an die Oberfläche und visiert die Beute an.

Durch kräftiges Zusammendrücken der Kiemendeckel wird ein Strahl auf das Insekt abgefeuert, sodass dieses ins Wasser fällt und gefressen wird, bevor es ein anderer tut. Schützenfische erwischen mit dieser Methode Beute, die sich bis zu vier Meter weit entfernt befindet und auch schon einmal Insekten im Flug. Alternativ springen die Fische dann auch selber in die Luft und schnappen sich direkt die fliegende Beute.

Die Tier-Patenschaft ist aber nicht die einzige Verbindung zwischen Schützen und Zoo. „Wir arbeiten als Nachbarn zusammen und befruchten uns gegenseitig“, sagt Reiter. Und das ist besonders gut beim Stockumer Schützenfest zu sehen, das, ebenso wie das Schützenbiwak, traditionell auf dem Parkplatz vor dem Aquaoo gefeiert wird.

Viele Besucher des Museums schlendern dann über die Kirmes mit ihren familienfreundlichen Attraktionen und auch umgekehrt schauen Schützenfestbesucher im Zoo vorbei. „Als der Aquazoo wegen der Renovierung vier Jahre geschlossen war, haben wir das ganz deutlich bei unseren Besucherzahlen gemerkt. Da hatten wir Einbußen von bis zu 30 Prozent“, sagt Stephan.

Die Schützenjugend wollte nun dem Vorbild der Alt-Schützen nacheifern und hat ebenfalls eine Patenschaft für einen Doktorfisch übernommen, da dieser genauso gelb wie die gemeinsamen T-Shirts des Nachwuchses ist. „Wir sind ein kleiner Verein mit nur 80 Mitgliedern. Diese sind dafür umso engagierter und Nachwuchssorgen kennen wir nicht“, sagt Stephan.

Das spiegelt sich auch im geschäftsführenden Vorstand wieder, dem zwei Frauen um die 30 angehören. „Wir haben auch Kompagnien, in denen es deutlich mehr Mitglieder unter 35 Jahren als über 35 Jahren gibt“, sagt Markus Stephan. Und die Jugend übernimmt auch Verantwortung. Erstmals wird sie am Schützenfestsamstag ein 45 Minuten langes Programm im Festzelt gestalten. „Darauf freue ich mich“, so der Schützen-Chef.

Das ist aber nicht die einzige Neuerung. Am Montag wird ein Netzwerktreffen in den morgendlichen Frühschoppen eingebunden. Im Festzelt können sich dann Vereine, Organisationen und Unternehmen aus Stockum präsentieren.

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