Düsseldorf: Stadtquartiere für Neubürger

Düsseldorf : Stadtquartiere für Neubürger

Das linksrheinische Düsseldorf verändert sich. Alte Gebäude werden durch Neubauten ersetzt. Auf den wenigen Freiflächen entstehen neue Wohngebiete. Am Heerdter Krankenhaus sind sozial geförderte Wohnungen geplant.

Die linksrheinischen Stadtteile sind im Umbruch: Zunächst sind da die Großbaustellen Heerdter Dreieck, Vodafone-Campus und Quartiersgarage am Barbarossaplatz, die allein das Stadtbild prägen werden. Abgesehen vom Trend, alte Häuser durch Neubauten zu ersetzen, entstehen neue Stadtquartiere auf den wenigen, noch zur Verfügung stehenden Freiflächen. Die Bürger sind skeptisch, fürchten das steigende Verkehrsaufkommen. Die Autobahnanschlüsse Heerdter Lohweg und Böhler Straße hinken der Bebauung hinterher.

Heine-Gärten An der Hansaallee in Heerdt entstehen 22 Häuser unterschiedlichen Typs, 130 Eigentums- und 183 Mietwohnungen. Ende Mai war Richtfest für den ersten Bauabschnitt. 20 Prozent der Eigentumswohnungen sind verkauft.

Belsenpark Das 17 Hektar große Areal vermarktet der Immobilien-Entwickler "CA Immo" (früher Vivico). Die Wohnungsbau Unternehmen Patrizia, Pandion und die Emscher Immobiliengruppe treten als Investoren auf. Geplant ist ein Mix aus etwa 500 großzügigen Wohnungen, Büros, Einzelhandel und Gastronomie. Etwa 1000 Neubürger sind zu erwarten. Hinter dem Alten Bahnhof sollen Bürobauten und eine Ladenpassage entstehen. Die Ladenflächen sind auf 3200 Quadratmeter beschränkt. Die ersten Bauarbeiten haben begonnen.

Rheinbahnhaus Seitlich des Belsenparks an der Hansaallee könnte sich mit dem Abriss des Rheinbahnhauses ein weiteres Baugebiet ergeben. Denn in zwei Jahren will die Rheinbahn ihr Gelände in Oberkassel verlassen und nach Lierenfeld wechseln. Die Linksrheinischen wünschen sich dort Wohnungen, ein Bürgerhaus und ein neues Hallenbad – das alte an der Lütticher Straße ist nur mit großem finanziellen Aufwand zu sanieren.

Dominikus-Krankenhaus Der Bebauungsplan für das neue Wohnquartier auf den Flächen rund um die Heerdter Klinik wird gerade aufgestellt. Geplant sind 100 Eigentumswohnungen, 120 Mietwohnungen, davon sollen 65 sozial gefördert werden, und etwa 50 Wohnungen in einem 68 Meter hohen Wohnturm. In den unteren Stockwerken ist ein Ärztehaus vorgesehen. Dort sollen niedergelassene Mediziner mit dem Dominikus-Krankenhaus kooperieren und umgekehrt. Die Reaktion auf das neue Stadtquartier im Linksrheinischen ist überwiegend positiv. Investoren sind die Firmen Lemberg und Rheinwohnungsbau (Mietwohnungen).

Papillon (Schmetterling) Wird aus einer Raupe ein bunter Schmetterling, so soll aus dem hässlichen Heerdter Hochbunker an der Pariser Straße ein modernes ansehnliches Wohnhaus mit 25 Wohnungen werden. Der Bauantrag ist bereits genehmigt.

Oberlöricker Straße Für das Gebiet zwischen Seestern und Stadtgrenze Meerbusch gibt es seit 1998 einen Entwurf für einen Bebauungsplan (B-Plan). Mit dem waren die linksrheinischen Bezirksvertreter nicht einverstanden, weil ihnen die Bebauung zu dicht schien. Dann wurde der B-Plan wegen der Olympia-Bewerbung nicht weiter verfolgt. Dort war das olympische Dorf geplant. Jetzt ist der B-Plan wieder aktuell. Doch zunächst muss ein Umlegeverfahren abgewickelt werden, weil nur 40 Prozent der Grundstücke im Besitz der Stadt sind. Die Bezirksvertretung 4 fordert Einsicht in die Baupläne, um das weitere Verfahren abzustimmen.

Schiess-Grundstück Für das ehemalige Areal der Firma Schiess zwischen Hansaallee und Willstätter Straße hat die Stadt ein Gutachterverfahren als Voraussetzung für einen Bebauungsplan ausgeschrieben. Unter dem Namen "Wohnen am Forum Oberkassel" soll auf dem überwiegend brachliegenden 11,8 Hektar großen Areal ein neues familienfreundliches Wohnquartier entstehen. Mit unterschiedlichen Wohnformen für Familien, berufstätige Paare ohne Kinder, Studenten und Singles. 800 Wohneinheiten sind geplant, mit etwa 2000 Neubürgern ist zu rechnen. 750 Quadratmeter sind reserviert für eine Kita, 50 Mietwohnungen sollen öffentlich gefördert werden. Die linksrheinischen Bezirksvertreter haben das Gutachterverfahren mehrheitlich, akzeptiert (CDU und FDP), Grüne, SPD und Linke enthielten sich. Ende des Jahres ist mit den ersten Ergebnissen des Gutachterverfahrens zu rechnen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE